Salomon Kitt wurde ihr Stolperstein. Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Kulturwissenschaftlerin und ehemalige Radiofrau Ina Boesch mit Fragen der Globalisierung. Als sie in einem Buch des Historikers Hans Conrad Peyer den Namen Salomon Kitt las, wurde sie hellhörig. Ihre Zürcher Grossmutter hiess ebenfalls Kitt. Und nun las sie, dass dieser besagte Mann in der Karibik in koloniale Geschäfte verwickelt gewesen sei. Aus der langjährigen beruflichen Beziehung wurde plötzlich ein persönliches Projekt.
Ina Boesch ahnte mehr, als dass sie wusste, dass die Kaufmannsfamilie Kitt im alten Zürich zur Oberschicht gehört hatte. In ihrer Familie war das kaum ein Thema – niemand interessierte sich näher für Familiengeschichte.
«Nun stand plötzlich im Raum, dass meine Vorfahren – im Prinzip bis hin zu mir – von kolonialen Machenschaften profitierten.»
Ina Boesch
Sie hatte aber die Diskussionen um die koloniale Vergangenheit Zürcher Familien, allen voran der Eschers, mit Interesse verfolgt. «Nun stand plötzlich im Raum, dass meine Vorfahren – im Prinzip bis hin zu mir – von kolonialen Machenschaften profitierten», ging ihr durch den Kopf.
Dieser Gedanke habe sie nicht mehr losgelassen. Sie machte sich auf eine Spurensuche, welche sie in die Karibik, in den Bundesstaat Tennessee und nach Kairo führte. Sie beschreibt diese in dem eben erschienenen Buch «Weltwärts – Die globalen Spuren der Zürcher Kaufleute Kitt».

