Seit über einem Jahr schlagen wir uns mit der Corona-Pandemie herum. Wie hat das die Arbeit Ihrer Tierschutzstiftung verändert?
Susy Utzinger: Man kann es eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Die Ausnahmesituation ist zur neuen Normalität geworden. Und ich würde von uns behaupten, dass wir das alles ganz gut meistern.
Was gehört zu dieser Ausnahmesituation?
Der grösste Punkt ist sicherlich, dass wir seit letztem Jahr keinen Auslandseinsatz mehr leisten konnten. Normalerweise reisen Freiwillige mehrmals im Jahr in Länder wie Spanien, Ungarn oder Rumänien und unterstützen unsere Organisationen vor Ort.
Dieses Jahr musste ich bereits einen Einsatz stornieren: Anfang Juni wäre ich zusammen mit einer Gruppe nach Rumänien gereist und wir hätten dort beispielsweise bei der Betreuung von Arbeitspferden oder der Kastration von Hunden und Katzen mitgeholfen.
«Am Schluss leiden natürlich vor allem die Tiere.»
Und nun sind Sie zur Hilfe aus der Ferne verdammt.
Genau. Natürlich lassen wir unsere Institutionen im Ausland nicht einfach im Stich. Wir versuchen, aus der Ferne zu helfen. Zum Beispiel, indem wir Material liefern. Doch ich mache mir nichts vor: Unsere Mitarbeitenden vor Ort geben bereits ihr Bestes und sind zeitlich ausgelastet. Materielle Hilfe allein reicht nicht. Wir müssen vor Ort anpacken. Denn am Schluss leiden natürlich vor allem die Tiere.

