Die Szene im jüngsten Zürcher «Tatort», «Schoggiläbe», wirkt gleichzeitig futuristisch und effekthascherisch: Die Kommissarinnen Isabelle Grandjean und Tessa Ott spielen virtuell nach, wie ein reicher Unternehmer zuerst angeschossen und dann mit einer Büste erschlagen wurde. Beide Frauen tragen VR-Brillen; Grandjean hält einen elektronischen Controller wie eine Pistole in den ausgestreckten Händen und «schiesst» damit auf Ott.
Auf das Kommando «Du bist getroffen» sinkt Ott zu Boden, krabbelt ein paar Meter und bricht zusammen. Grandjean packt eine Plastikbüste und simuliert ein paar Hiebe gegen Otts Kopf – bis diese entnervt findet: «Es langt mit dem 3-D-Scheiss.»
Weltweit einzigartig
Lars Ebert schmunzelt, wenn er auf die Szene angesprochen wird: «Wir haben SRF dabei beraten. Sie ist relativ nah an der Realität – aber ganz so wird VR nicht eingesetzt.» Lars Ebert muss es wissen. Ebert ist Informatiker mit Spezialgebiet Medizintechnik. Zusammen mit Forensiker Martin Wermuth leitet er das 3-D-Zentrum in Zürich, das in dieser Art weltweit einzigartig und im Bereich der virtuellen Realität (VR) in der Strafverfolgung führend ist.

