Schon mehr als 10’500 Menschen sind in der Schweiz nachweislich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Damit gehört die aktuelle Pandemie zu den schlimmsten in der Geschichte des Landes. Das zeigt ein Vergleich mit allen Grippewellen der letzten 144 Jahre: Setzt man die Zahl der Todesfälle ins Verhältnis zur Bevölkerung des jeweiligen Jahres, wurde Covid-19 nur von der Spanischen Grippe vor mehr als hundert Jahren übertroffen.
Die erste globale Pandemie war die Russische Grippe, die vor 130 Jahren ausbrach. Sie forderte in mehreren Wellen weltweit etwa eine Million Todesopfer. In der Schweiz starben 2624 Menschen an Influenza - ein Vielfaches mehr als in normalen Jahren. Ob es sich wirklich um eine Grippe handelte, ist aber umstritten. So fanden Forscher Indizien dafür, dass die Krankheit durch das Coronavirus HCoV-OC43 ausgelöst wurde. Auch sonst erinnert vieles der Russischen Grippe an heute: Die Ärzte wussten lange gar nicht, womit sie es zu tun hatten, das Gesundheitswesen war überfordert.
An der Spanischen Grippe, die durch ein besonders virulentes Influenzavirus vom Subtyp A/H1N1 verursacht wurde, starben in der Schweiz 1918/19 fast 25’000 Menschen bei damals 4 Millionen Einwohnern. Es war eine der schlimmsten Katastrophen in der Schweizer Geschichte. Weltweit raffte die Spanische Grippe je nach Schätzung 20 bis 100 Millionen Menschen dahin - deutlich mehr, als im Ersten Weltkrieg starben.
Sehr viele junge Opfer

