Es war ein Zufall, den Ralf Krummenacker aufhorchen liess. Der Hittnauer Förster war wegen eines eigenen Auftrages in einer regionalen Sägerei zugegen. Dort wurde ihm spontan angeboten, das Holz für das neue Gemeindehaus anzuschauen. «Natürlich sagte ich Ja», erzählt Krummenacker. «Doch was ich sah, hat mich schockiert.» Denn auf den Balken, die da lagen, prangte das Logo der Firma «Bestwood Schneider GmbH» – eine Firma, die zwar einen Sitz in der Schweiz hat, deren Produktion aber in Deutschland liegt.
«Der Gemeinderat hat versprochen, Schweizer Holz für den Neubau des Hittnauer Gemeindehauses zu verwenden», sagt Krummenacker, der sich im Herbst an einer Informationsveranstaltung persönlich dafür eingesetzt hatte. In der Ausschreibung für das Projekt war denn auch klar festgehalten: «Der Nachweis ist entweder mit HSH-Zertifikat (Herkunftszeichen Schweizer Holz) oder anderer, gleichwertiger Zertifizierung und entsprechender Herkunftsdeklaration zu erbringen.» Zudem stand in dem Dokument, dass das Holz in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein verarbeitet werden müsse.
Verarbeitung im Ausland
«Mit dem Holz der Bestwood Schneider GmbH ist diese Voraussetzung nicht erfüllt», sagt Krummenacker. Zwar hat die Firma in einem Schreiben bestätigt, dass dieselbe Rohmenge an Holz, die für das Hittnauer Gemeindehaus eingesetzt wird, in der Schweiz eingekauft werde. «Aber eine derart grosse Firma kann nicht garantieren, dass der Baumstamm, der einst aus der Schweiz angeliefert wurde, nach dem Bearbeitungsprozess wieder zielgenau in Hittnau ankommt.»

