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Pfäffiker Gemeinderat lässt Traum vom Campingplatz erneut platzen

Die Wiese neben der Badi Baumen als neuer Standort für den Campingplatz Auslikon? Dies zu prüfen, forderte der Pfäffiker Bernhard Huber in einer Anfrage an den Gemeinderat. Doch die Exekutive hatte für sein Anliegen wenig Gehör.

Die grüne Wiese neben der Badi Baumen bleibt bis auf Weiteres leer. , Der Gemeinderat will das Anliegen von Bernhard Huber, den Campingplatz Auslikon zu verschieben, nicht weiter verfolgen.

Archivfoto: Seraina Boner

Pfäffiker Gemeinderat lässt Traum vom Campingplatz erneut platzen

Die Konzession für den Betrieb des Campingplatzes Auslikon läuft Ende 2022 aus. Weil sich der bestehende Campingplatz in der Moorlandschaft von nationaler Bedeutung befindet und aufgrund des Konzepts Mobilität und Umwelt Pfäffikersee keine neue Betriebserlaubnis erteilt werden kann, muss dieser per Ende 2023 aufgehoben werden.

Bernhard Huber hat darum dem Pfäffiker Gemeinderat Anfang März vorgeschlagen, die Wiese nordöstlich der Badi Baumen als möglichen Ersatzstandort mittels Machbarkeitsstudie zu prüfen. Nun liegt die Antwort des Gemeinderates vor.

Campingplatz Auslikon soll zur Badi Baumen umziehen

10.03.2021

Pfäffiker fordert Machbarkeitsstudie

Bernhard Huber, Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee, setzt sich für einen alternativen Cam Beitrag in Merkliste speichern Die Möglichkeit zur Verlegung des Campingplatzes von Auslikon in den Bereich der Badi Baumen sei bereits im Rahmen der Planungsarbeiten des Mobilitätskonzeptes geprüft worden, heisst es im Bericht. «Aufgrund der zusätzlichen Verkehrsaufkommen und der Störung des Landschaftsbildes wurde dieser Verlegung im Februar 2018 nicht zugestimmt.»

Die Gründe damals: Das Landschaftsbild würde mit dauerhaft abgestellten Wohnwagen empfindlich gestört. Die Baumenstrasse sei als Zufahrt ungeeignet, das Verkehrsaufkommen nehme durch die bauliche Entwicklung im Wohnquartier stetig zu. Ausserdem herrschen bereits aktuell an schönen Sommertagen, bedingt durch den Strandbadbetrieb und das damit verbundene Verkehrsaufkommen, grenzwertige Zustände. «Dem Wohnquartier kann nicht noch mehr quartierfremder Verkehr zugemutet werden.»

Zusätzlicher Verkehr und Belastung für Natur

Nach erneuter Prüfung sei der Gemeinderat zum Schluss gekommen, das Gesuch von Bernhard Huber abzulehnen. Und zwar unter anderem im Sinne des Landschaftsschutzes und der Erhaltung des Ortsbilds. Es sei zudem unerwünscht, dass «bevorzugte Plätze in Seenähe an eine privilegierte Personengruppe» wie etwa Dauercamper vergeben werden könnten.

Eine zusätzliche Belastung durch dauerhafte Installationen im Nahbereich des Pfäffikersees widerspreche zudem den Zielsetzungen des Projekts Mobilität und Umwelt Pfäffikersee. Auch die verkehrliche Situation an der Baumenstrasse soll in keinem Fall verschlechtert werden, betont der Gemeinderat erneut. Ebenfalls dürfen keine weiteren Parkplätze im Raum Badi Baumen geschaffen werden. Und zuletzt sei der Bau und Betrieb eines Campingplatzes keine Gemeindeaufgabe.

Das sagt der Präsident des Zeltklubs Zürichsee-Oberland Willi Wohlgemuth zur Antwort des Gemeinderates:

Bernhard Huber zeigt sich ob der Antwort des Gemeinderates enttäuscht. «Ich wollte ja nicht gehauen oder gestochen einen Campingplatz, sondern die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie.» Nun aber habe der Gemeinderat die bekannten Argumente wieder ausgepackt. «Die Machbarkeitsstudie hätte hingegen endlich eine fundierte Grundlage für nötige Abklärungen geboten.»

Dass die Verlegung des Campingplatzes zu Mehrverkehr im Bereich Baumen geführt hätte, habe er nie in Zweifel gestellt. «Aber wenn bereits diese kleine Zusatzmenge an Autos die Tropfen sind, die das Fass zum Überlaufen bringen, dann ist das System jetzt schon am Anschlag und man müsste handeln.»

«Abenteuerliche» Begründung

Auch die weiteren Argumente des Gemeinderates sieht Huber kritisch. «Vor allem die Behauptung, das Campieren würde dadurch nur einer privilegierten Gruppe ermöglicht, halte ich für sehr abenteuerlich.» Auch dass eine Verlegung des Campingplatzes den Zielsetzungen des Mobilitätskonzepts widerspreche, kann er nicht nachvollziehen. «Der Standort wurde schliesslich bereits bei der Ausarbeitung des Konzepts als Alternative angeschaut.»

«Es ging einzig darum, die Rahmenbedingungen zu prüfen.»

Bernhard Huber

Zudem sei die Baumenstrasse bereits heute viel besser ausgebaut wie etwa die Strandbadstrasse, die vom Dorf Auslikon zum heutigen Zeltplatz führt. «Diese durchquert das Naturschutzgebiet komplett und war für Jahrzehnte auch gut genug als Zufahrtsstrasse. Zu guter Letzt habe er vom Gemeinderat nie erwartet, einen Campingplatz zu bauen oder zu betreiben. «Es ging einzig darum, die Rahmenbedingungen zu prüfen», sagt Huber. Dass der Campingplatz in die Hände von Profis gelegt werden müsse, sei für ihn klar.

Gutes Nebeneinander als Ziel

Bernhard Huber hat die Anfrage an den Gemeinderat zwar als Privatperson eingereicht, als Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee sei er aber klar der Meinung, dass die Naturschutzzonen verschont bleiben müssen. «Und der heutige Campingplatz in Auslikon liegt nun mal in einer solchen Zone.» Er habe sich darum für einen Standort auf einem Grundstück einsetzen wollen, wo das Nebeneinander möglich ist. «Damit hätten auch die Stimmen besänftigt werden können, die nach wie vor nicht akzeptieren wollen, dass es in Auslikon bald zu Ende geht.»

Für ihn sei die Sache mit der Antwort des Gemeinderates aber gegessen. Und damit wohl auch die letzte Chance auf einen Ersatzstandort für den Campingplatz am Pfäffikersee.

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