Es ist eine schöne Anlage, der ganze Stolz des Solarvereins Gossau: auf dem Dach der ehemaligen Schweinemästerei in Unterottikon, gross wie ein Tennisplatz, Ausrichtung nach Süden, Neigung 15 Grad. Sie speist so viel Strom ins Netz ein, wie sieben durchschnittliche 4-Personen-Haushalte verbrauchen.
Finanziell hat sich die Anlage für den Verein allerdings als Enttäuschung entpuppt. «Heute würden wir diese Anlage nicht mehr bauen», sagt Solarvereinspräsident Andreas Neumann. Der Grund: Die engagierten Bürgerinnen und Bürger aus Gossau, Hinwil und Uster bekommen Jahr für Jahr weniger Geld für ihren Strom. Denn die Zürcher Elektrizitätswerke (EKZ) haben den Einspeisetarif wiederholt gesenkt – also jenen Preis, den lokale Energieversorger jedem zahlten, der mehr Strom herstellt, als er selbst braucht, und diesen darum ins Netz einspeist.
Der Tarif, den die EKZ zahlen, liegt momentan mit 5,3 Rappen pro Kilowattstunde nahe am gesetzlich vorgeschriebenen Minimum. Hinzu kommen noch 2 Rappen für einen sogenannten Herkunftsnachweis. Nötig wären aber 10 bis 12 Rappen, damit sich grössere Anlagen auf Scheunen oder Industriedächern lohnen, die Strom wie ein normales Kraftwerk nicht bloss für den Eigenverbrauch herstellen. Nur so könne die Anlage während ihrer Lebenszeit amortisiert werden. So rechnet es der Verband unabhängiger Energieerzeuger (Vese) vor, in dem sich viele Solarstromproduzenten wie der Solarverein Gossau zusammengeschlossen haben.
Grosse Anlagen rentieren nur noch dort, wo die Eigentümer den Solarstrom selber verbrauchen. Das ist in der Schweiz politisch gewollt, um das Stromnetz nicht mit hohen Mengen unregelmässig anfallenden Solarstroms zu belasten . Es führt allerdings auch dazu, dass selbst auf kleinen Einfamilienhäusern nicht das ganze Solarpotenzial ausgeschöpft wird, sondern oft nur ein kleiner Teil des Dachs mit Panels bestückt wird.

