Die Biokonsumentin galt früher als verschroben, der Biokonsument trug oft Birkenstöcke und Jutetaschen. Man hat sie belächelt.
Das ist lange her. Heute ist b io normal. Bio ist Lifestyle. Über die Hälfte aller Konsumentinnen und Konsumenten kaufen einmal in der Woche B io. Ganz besonders freut dies Felix Wehrle, einen pensionierten Ökonomen. Es liegt vor allem an ihm, dass B io gross und bekannt geworden ist. Inzwischen ist das Bedürfnis danach so gross, dass die Schweiz im Juni über eine nachhaltigere Landwirtschaft abstimmt.
Der Mister Bio prescht vor
Felix Wehrle arbeitete Jahrzehnte für Coop , war in der Geschäftsleitung und bekam in dieser Zeit einen Übernamen: Mister Bio. Der Ursprung liegt in den Umweltskandalen Ende der 80er-Jahre. Fast täglich wurde damals über Hormonfleisch oder erhöhte Nitratwerte im Kopfsalat berichtet. Lebensmittel voller Chemie. Wehrle störte das. Er überlegte mit seinem Team, was gesünder sein könnte als gespritztes Gemüse. Die Antwort: bio, ganz klar. «Die Frage war nur: Können wir das im grossen Stil produzieren?»
Die Zeit zeigte: Man konnte. Wehrle und die Coop-Leute erfanden das Label Naturaplan und machten damit Bio massentauglich. Viele Biobauern waren damals skeptisch, sie wollten nicht mitmachen, trauten der Sache nicht. Heute gibt es in der Schweiz 7450 Biobauern.

