Die Sache war völlig klar: Der 30-jährige Firmeninhaber aus dem Bezirk Dietikon hatte im Frühjahr 2020 bei seiner Hausbank einen Covid-Kredit beantragt und dabei angegeben, mit seiner Firma einen Umsatz von 800’000 Franken erwirtschaftet zu haben. Vier Tage später hatte er wie vorgesehen den Kredit über 80’000 Franken auf seinem Firmenkonto. Noch am gleichen Tag transferierte er das Geld auf sein Privatkonto und bezahlte damit persönliche Schulden, offene Betreibungen und Krankenkassenbeiträge.
Damit machte sich der Schweizer in zweifacher Hinsicht schuldig. Er machte in seinem Gesuch falsche Angaben. Weil sein Umsatz nur 15’000 Franken betrug, hätte er nur einen Kredit von 1500 Franken erhalten können. Zudem missbrauchte er den Kredit, weil er ihn nicht im Interesse seiner Firma einsetzte.
«Gehungert, um Firma zu retten»
Vor dem Bezirksgericht bestritt der Mann den Sachverhalt nicht. «Mir ist bewusst, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber ich war in einer Notsituation und sah keinen anderen Ausweg.» Er habe sogar «gehungert», um die in der Gebäudetechnik tätige Firma zu retten. Aus seiner Sicht handle es sich aber nicht um einen Betrug, denn «ich wollte jeden Rappen zurückzahlen – und nicht ins Ausland abhauen wie andere».
Er habe die Hoffnung gehabt, den Kredit rechtzeitig zurückzahlen zu können. Er sei auch heute noch überzeugt, dass es ihm gelingen werde, das Geld innerhalb der gesetzten Frist von fünf Jahren zurückzuzahlen, sobald es mit seiner Firma, die seit ihrer Gründung 2018 in Schwierigkeiten stecke, wieder besser laufe. Die aktuelle Auftragslage «reicht zum Überleben».

