Die Waadt preschte vor: Corona-Impfung für alle ab 18 Jahren. Mit Ausnahme von Kindern und Genesenen dürfen sich ab sofort alle einen Termin für die Corona-Impfung sichern. Dabei war der Westschweizer Kanton beim Impfen bisher kein Klassenprimus. Die Risikogruppen sind dort noch nicht durchgeimpft. Aber jetzt will der Kanton Gas geben und in seinen Impfzentren die Öffnungszeiten erweitern.
Warum soll – und kann – es jetzt plötzlich so schnell gehen? Hintergrund des Entscheids ist ein Strategiewechsel beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) . Es hat Mitte April seine bisherige Empfehlung aufgehoben, wonach Dosen für die Zweitimpfung bei der Erstimpfung bereits in der Schweiz vorrätig sein mussten. Damit war sichergestellt, dass die Zweitimpfung auch bei Lieferverzögerungen termingerecht verimpft werden kann. Die zweite Dosis ist bei allen zugelass e nen Impfstoffen nötig.
Der Weg ist frei
Laut dem Sprecher der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Tobias Bär, empfiehlt das BAG nun seit Mitte April den Kantonen, die zweite Impfdosis nicht mehr physisch als Vorrat zu halten. Sie können die Zweitimpfung laut BAG durch die voraussichtlichen Liefermengen sicherstellen. « Damit können die Kantone grundsätzlich alle gelieferten Dosen verimpfen», sagt Bär. In einigen Kantonen würden aber mit Blick auf mögliche Lieferschwierigkeiten weiterhin gewisse Reserven gehalten.
«Für uns ist es auch ein Ziel, dass möglichst bald alle geimpft werden können, die sich impfen lassen wollen.»
Virginie Masserey, BAG

