«Wir waren nicht Pandemie-erprobt»
Der Kampf gegen das Coronavirus dauert schon über ein Jahr an. Masken, Desinfektionsmittel, Isolation, Quarantäne – die Verbreitung des Virus wird mit allen möglichen Mitteln bekämpft. Eine grosse Rolle dabei spielt das Contact Tracing: Wer mit einer infizierten Person Kontakt hatte, wird im besten Fall seitens Contact Tracer darüber informiert.
Die Corona-Detektive von Pfäffikon
12.10.2020

Kanton rüstet auf
Das Contact-Tracing im Kanton Zürich ist überlastet. Beitrag in Merkliste speichern Die operative Führung des Contact Tracings im Kanton Zürich unterliegt seit vergangenem Oktober der Firma JDMT Medical Services in Pfäffikon – und dort hat sich seither einiges getan, wie Mediensprecher Roland Portmann sagt.
«Müsste ich die vergangenen Monate mit einem Wort beschreiben, wäre das ‹Veränderung›.» Als Contact Tracer sei kaum ein Tag wie der darauffolgende, so schnell würden sich die Bestimmungen von Bund und Kanton ändern.
Verschiedene Behandlungen notwendig
Als Beispiel nennt er die Quarantänebestimmungen für Geimpfte, die vor kurzem angepasst wurden. So sind Personen, die vollständig mit einem mRNA-Impfoff geimpft sind, zwei Wochen nach ihrem letzten Impftermin für sechs Monate von der Quarantäne befreit.
Ein Umstand, dem die Tracer Rechnung tragen müssen, so Portmann. «Jede Person, ob infiziert oder nur Kontaktperson, muss verschieden behandelt werden. Das erfordert viel Flexibilität.»
Auf flexibles Personal angewiesen
Standen im letzten Herbst teilweise über 250 Personen für das Contact Tracing im Einsatz, sind es aktuell noch 140. Grund für die Abnahme an benötigtem Personal ist die vollständige Digitalisierung der Abläufe sowie das mit der Durchimpfung absehbare Ende der Pandemie .
Trotzdem stehe jederzeit ein Pool an Personen bereit, die man kurzfristig aufbieten kann, wie Portmann sagt. «Je nach Veränderungen der Bundesratsbestimmungen kann es sein, das wir plötzlich mehr Personal benötigen. Dann sind wir darauf angewiesen, dass dieses kurzfristig einspringen kann.»
«Die Schweiz hatte null Erfahrung, was die Bekämpfung eines solchen Virus angeht.»
Roland Portmann, Sprecher Contact Tracing Pfäffikon
Permanent über die Hotline erreichbar zu sein, hat nach wie vor höchste Priorität, so Portmann. Momentan kümmern sich die Tracer in Pfäffikon um bis zu 1000 Telefonanrufe pro Tag. «Es gab Zeiten, da waren es nicht einmal 300. Mit den steigenden Fallzahlen und der Impfeinführung hat sich das aber wieder geändert.»
Massnahmen aus dem Boden gestampft
Rückblickend hätte man sicher einiges anders machen können, so der Mediensprecher. Im gleichen Atemzug betont er jedoch: «Wir waren nicht Pandemie-erprobt. Die Schweiz hatte null Erfahrung, was die Bekämpfung eines solchen Virus angeht.»
Weshalb das Zürcher Contact-Tracing noch immer nicht reibungslos läuft
25.11.2020

Pfäffiker Unternehmen mitten drin
Weil die Regierung vor der zweiten Welle wertvolle Zeit verstreichen liess, funktioniert die Kont href=”/flag/flag/np8_favorites/3234218?destination=batch&token=6XWKF3zwBYoUcTRYakAes5WXUd-EqsTLtfqg2WVfW9I” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3234218 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Es seien schnellstmöglich Massnahmen aus dem Boden gestampft und Firmen umfunktioniert worden – wie eben die JDMT Medical Services zum Contact Tracing. Abläufe zu definieren und optimieren brauche Zeit und sei ein täglicher Lernprozess. Vor der Pandemie hat die Pfäffiker Firma vor allem die medizinische Betreuung an Veranstaltungen sichergestellt und Firmen mit Erste-Hilfe-Material versorgt.
Nicht für Pannen zuständig
Angesprochen auf die Pannen der SwissCovid-App – zum Beispiel zu späte oder gar keine Benachrichtigung trotz vorliegendem Coronafall –, winkt Portmann ab. Die App unterliege dem Bundesamt für Gesundheit, sie als Contact Tracer hätte nichts damit zu tun. Wer Probleme oder Fragen dazu hat, müsse sich direkt an die BAG-Hotline melden.
«Trotz dem einen oder anderen Mängel empfehlen wir nach wie vor, die App zu installieren – sie ist ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung des Virus. Insbesondere jetzt, da wir wieder mehr Bewegungsfreiheit erhalten haben.»

