«Who the fuck is Chloé Zhao?»
Das soll die Schauspielerin Frances McDormand laut gefragt haben, als sie in einer Festivalvorführung sass und im Abspann der Name der Regisseurin zu lesen war. In Hollywood hatte man sich diese Frage auch mal gestellt, aber mittlerweile ist klar: Chloé Zhao, das ist derzeit eine der grössten Filmregisseurinnen überhaupt.
Mit Frances McDormand drehte Zhao – ausgesprochen wie das englische «jaw» – schliesslich «Nomadland», den Film über die alten Amerikaner, die in ihren Vans durch die Provinz fahren, weil sie sich nicht einmal mehr eine Wohnung leisten können. In der Nacht auf Montag gewann «Nomadland» drei Oscars: bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin. Chloé Zhao ist in der Akademiegeschichte die erste Frau nach Kathryn Bigelow, die einen Regie-Oscar gewinnt, und sie ist die allererste Nichtweisse, die zu dieser Ehrung kommt.
Wie hat eine 1983 geborene Chinesin, die gern Manga zeichnet, so etwas fertiggebracht?

