Es hätte der grosse Auftritt von VBZ-Direktor Guido Schoch werden können. Auf dem Gelände der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) erwartet Politprominenz das neue Flexity-Tram. Es nähert sich, und Guido Schoch … sitzt nicht am Steuer. Er ist nur Beifahrer, verzichtet, obwohl ihn sein Team mit «Chum scho, Guido!»-Zurufen ermutigen wollte.
Herr Schoch, was sagt diese Szene über Sie aus?
Guido Schoch: (lacht) Über das Flexity und seine Beschaffung wurde so viel geschrieben, auch viel Negatives. Da war ich in dieser Situation etwas vorsichtig. Ich wollte nicht, dass es nachher in der Presse heisst: «Jetzt probiert sich der Chef auch noch als Tramfahrer. Er soll doch besser bei seinen Leisten bleiben.»
Waren Sie inzwischen mal am Steuer?
Ja, klar. Aber nur auf dem VBZ-Areal, wo es mir erlaubt ist. Ich als Laie finde: Es fährt sich wahnsinnig gut. Auch im Betrieb macht es kaum Probleme. Mitte Mai kommt Nummer 10 in Zürich an. Bis Ende Jahr sollten dann eigentlich weitere 15 geliefert werden.
Eigentlich? Gibt es wieder Verzögerungen bei den Flexity-Lieferungen?
Corona hatte uns Verzögerungen beschert. Eigentlich wären 10 Stück bis Ende 2020 geplant gewesen, es waren aber nur 7 hier. Insgesamt 25 neue Trams bis Ende 2021 sind sehr ehrgeizig.
In den vergangenen Jahren herrschte in Zürich Tram-Mangel, der Fahrplan musste deswegen sogar umgekrempelt werden. Hat es jetzt genügend Fahrzeuge?
Mit den neuen Flexity-Trams ist der Bestand zwar noch nicht üppig, aber die Lage hat sich entspannt. Der Tram-Mangel hat uns wahnsinnig geärgert.

