Für alle, die auf einen Impftermin warten, gibt es schlechte Nachrichten: Hersteller Moderna kann auch im Mai nicht so viele Impfdosen liefern, wie eigentlich angekündigt sind. « Wir bekommen im Mai deutlich weniger Dosen als eigentlich versprochen » , sagt Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheitsdirektion des Kanton s Bern , am Dienstagmorgen .
Wie viel weniger, ist offen. Am Dienstag vor einer Woche hatte der Bund die Kantone in einem Schreiben informiert, dass die Liefermenge bei Moderna im Mai rund 2 Millionen betragen w e rde. Am Wochenende wurden den Kantonen in einem zweiten Schreiben 1,5 Millionen Dosen angekündigt – also eine halbe Million weniger. An diesem Dienstagnachmittag wiederum sprach Nora Kronig, beim Bundesamt für Gesundheit zuständig für die Impfstoffbeschaffung, an einer Pressekonferenz von lediglich 200’000 Dosen, die im Mai fehlen würden. Dafür erwartet sie jetzt für April nur 800’000 Dosen statt der ursprünglich angekündigten 1,1 Millionen Dosen. Total also für April und Mai ein Minus von einer halben Million Dosen.
«Wir haben im Mai viele Erstimpfungen geplant, da kommt es jetzt zu grossen Unsicherheiten und Verzögerungen.»
Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern
Gemäss Kronig wird Moderna das Defizit im Juni ausgleichen. Sicher ist das allerdings nicht. Sowohl bei den Angaben für den Mai als auch bei jenen für den Juni handelt es sich nicht um vom Hersteller bestätigte Lieferungen, sondern um « Lieferprognosen » beziehungsweise « Arbeitshypothesen », wie aus dem zweiten Schreiben des Bundes an die Kantone vom Wochenende hervorgeht.
Explizit auf die grosse Verzögerung hingewiesen hat der Bund die Kantone i n diesem Schreiben allerdings nicht. Darin w ird lediglich erwähnt , dass ein Diagramm angepasst wurde, in dem die voraussichtlichen Lieferungen der nächsten Monate ersichtlich sind.
