Mitten in einem Wohnviertel an der Talwiesenstrasse am Friesenberg steht ein verlassenes Bürohaus. Abweisende Platten f assaden aus dem Jahr 1992. Trostlos ist auch die Umgebung, in einem Unterstand liegen ein paar kaputte Fahrräder. Und wer im untersten Stockwerk ins Fenster schaut , sieht nichts als Leere. In einem offenen Wandschrank liegen ein paar lose Blätter, die eigentlich in einen Schredder gehörten.
Bis vor kurzem hauste im fünfstöckigen Gebäude am Tiergarten 7 noch der Verein Zitrone . Ein halbes Jahr zuvor hat te er es von der Besitzerin Mobimo, in Gebrauchsleihe übernommen und seinen Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Es sind vor allem Kunstschaffende, die auf günstige Ateliers angewiesen sind. «Es ist schade, dass wir nur so kurz bleiben konnten», sagt Vereins vorstand Yves Sablonier. Das Gebäude sei gross genug gewesen für alle.
Doch Ende Januar musste der Verein Zitrone raus – in seine nächste Bleibe, einen leer stehenden Block in Dübendorf, den ihm Mobimo als Ersatz angeboten hatte. Denn a m Tiergarten 7 werden in den nächsten Tagen die Bauarbeiter aufkreuzen und das Geschäftshaus in ein Wohnhaus mit 59 mittelgrosse n und kleine n Wohnungen, teilweise mit Balkonen , umbauen.
«Für ein Bürohaus ist dieses Gebäude etwas zu peripher gelegen», sagt Mobimo-S precherin Marion Schihin. Für Wohnungen sei der Standort jedoch ideal.

