In meinem letzten Standpunkt wählte ich eine unkonventionelle Art des Schreibens. Ich stellte viele Fragen ohne Antworten zu geben, auch über die Pandemie. Dazu habe ich viele unterschiedliche Reaktionen erhalten und offensichtlich sind die Meinungen der Leserschaft über diesen Schreibstil gespalten.
Da ich mir eine klare Meinungsbildung über die Pandemie-Situation aufgrund der derzeitigen Faktenlage, der Komplexität und der weltweiten Erfahrungswerte (noch) nicht zutraue, hatte ich mit Fragen dazu beitragen wollen, die Meinungsbildung und die Auseinandersetzung mit diesen Themen bei den Lesenden anzuregen und zu fördern.
Diese Absicht erkannten einige der Lesenden: « Es ist toll, auf jemanden zu treffen, der sich nicht anmasst, einer der plötzlichen Millionen von Experten zu sein» oder «mit Ihren Fragen haben Sie mich zum Nachdenken angeregt» waren Reaktionen auf meinen Standpunkt. Dem gegenüber erhielt ich auch Reaktionen wie: «Haben Sie keine eigene Meinung» oder «es ist unangenehm, so viele Fragen und keine Antworten zu erhalten».
« Fragen sind auch ein Machtinstrument. »
Die Definition zu «Frage» lautet im Internet etwa so: Eine Frage ist eine Äusserung, mit der der Sprecher oder Schreiber normalerweise eine Antwort zur Beseitigung einer Wissens- oder Verständnislücke herausfordert. Beim Schreiben des letzten Standpunktes ging es mir tatsächlich ums Herausfordern und um das spannende Experiment mit der fragenden Form. Wie suggestiv oder manipulativ kann eine Frage sein, die den Fragesteller auch juristisch schadlos halten kann? Eigentlich ist es ein unglaublich spannendes Kommunikationswerkzeug mit mannigfachen Möglichkeiten.

