In Tann ist am 14. April der bekannte Biobauer und ehemalige Politiker Ernst Frischknecht im Alter von 81 Jahren verstorben. Ernst Frischknecht war Zürcher Kantonsrat und langjähriger Präsident der Bio Suisse. Er war streitbar, hartnäckig und senkrecht – einer, der sich nicht nur mit dem politischen Gegner anlegen konnte, sondern auch Gleichgesinnten gegenüber kritisch blieb. Den «Lindenhof» in Tann, hatten Ernst und Dorli Frischknecht bereits vor 49 Jahren auf biologisch organischen Landbau umgestellt.
Als Ernst und Dorli 1972 auf Bio umstiegen, wurde ihnen noch geraten, das nicht an die grosse Glocke zu hängen. Man wurde damals noch im besten Fall nicht wahrgenommen, da und dort ausgelacht und wenn es hart kam verachtet. Als Ernst Frischknecht 80 wurde, konnte er auf einen Weg und ein Werk zurückblicken, mit dem er selber nie gerechnet hatte.
«Moll, ich bin hoffnungsvoll», sagt er in seiner Biografie zum Schluss: «Wenn ich sehe, wie unsere Söhne, Schwiegertöchter und Enkelkinder im Leben stehen: nicht überheblich, aber selbstbewusst und verantwortungsbewusst. Mit einem Ja zum Leben … öppis Wunderbars. Ich mache mir keine Sorgen.» Ernst Frischknecht konnte seinen Lebensweg gelassen und zuversichtlich beenden. Nach schwerer, aber kurzer Tumorkrankheit, wurde er am Mittwochabend, 14. April erlöst.
Kämpferisch und erfolgreich
Ernst Frischknecht wurde 1987 mit der ersten «grünen Welle» für die SVP in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Obwohl man ihm beschied, sich im ersten Jahr zurückzuhalten, dauerte es nicht lange, bis er zum ersten Mal Aufsehen erregte und den eigenen Weg ging: ein halbes Jahr nach der Wahl ging es im Kantonsrat um die staatliche Förderung des Biolandbau. Es kam für den Biobauer aus Tann schlicht nicht in Frage, sich wegzuducken.

