Der Mensch hinterlässt Spuren. Vor allem, wenn er sich wie in den letzten Monaten vermehrt an der frischen Luft bewegt, um sportlichen Aktivitäten nachzukommen. Die Schliessung der Fitnessstudios trieb die Menschen an die frische Luft – zum Joggen, Spazieren oder Velofahren.
In Illnau-Effretikon geschah gerade letzteres zum Leide der Natur. Wie der Stadtrat mitteilt, errichteten Privatpersonen vermehrt Biketrails im Wald, teilweise in Naturschutzgebieten oder Waldreservaten. Sie fällten junge Bäume, um deren Stämme als Schanzen zu nutzen oder nahmen Erdbewegungen vor, um eine optimale Strecke befahren zu können. Das, obwohl das Fahrradfahren abseits von befestigten Wegen gemäss kantonalem Waldgesetz verboten ist.
Nun handelt der Stadtrat und bietet den Bikern künftig eine legale Möglichkeit, ihrem Hobby nachzukommen: Ein Fussweg im Weidtobel bei Kyburg wird zu einem Biketrail umgewandelt. «Wir können das Bedürfnis nach attraktiven Routen nachvollziehen. Jedoch wollen wir die Bikebewegungen möglichst kanalisieren und nur auf einer fix definierten Strecke zulassen», so die Begründung des Entscheids.
Problemverlagerung statt Besserung
Der Ursprung dieses Vorhabens liegt bei Severin Wittwer, Leiter Forstbetriebe und Naturschutz der Stadt Illnau-Effretikon. Bis anhin haben er und sein Team illegal errichtete Biketrails jeweils mit einem Verbotsschild markiert, rückgebaut oder mit gezielten Baumfällungen verbarrikadiert. Dies habe aber kaum Besserung, sondern eher eine Problemverlagerung mit sich gebracht.

