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Politik

Ein bisschen Normalität - Spritztour durch geöffnete Terrassen im Oberland

Seit Montag dürfen die Beizen ihre Gartenwirtschaft oder Terrasse wieder öffnen. Das tun aber nur wenige; die Gäste schätzen es dafür umso mehr.

Juckerhof Seegräben, kurz vor 16 Uhr

Zwischen Hofladen und Terrassensitzplätzen herrscht reges Treiben. Kinder klettern über die Strohballen, streicheln die Geissli im Streichelzoo, Erwachsene stehen um die Kinderwägen herum oder sitzen in der Frühlingssonne. «Wir haben uns so fest darauf gefreut, dass der Juckerhof wieder öffnet», sagt eine Frau, die drinnen gerade Schlange steht, um ihr Stück Kuchen zu bezahlen. «Für mich und meinen Mann gehört es zum Spaziergang dazu, hier einzukehren.» Grob die Hälfte der Sitzplätze auf der Terrasse sind besetzt, eine der Stationen für schmutziges Geschirr ist schon fast voll. Dass man nur draussen sitzen kann, scheint niemanden zu stören. «Das gehört hier beim Jucker sowieso dazu», sagt ein Mann. So seien die meisten Sitzplätze draussen, auch in normaleren Zeiten ist Selbstbedienung. «Und hierher kommt man schliesslich wegen der schönen Aussicht», sagt er. Zwei Freundinnen, die hierhergekommen sind, um anzustossen, sagen: «Es war schon etwas kalt, weil es ziemlich gewindet hat. Im Nachhinein hätten wir lieber etwas Warmes getrunken.» Dennoch: «Es war toll, wieder gemeinsam an einem schönen Ort wie diesem zu sitzen und Leute beobachten zu können,» sagen sie. Die Gäste sind mehrheitlich aus dem Oberland, doch auch einige Städter sind darunter. Ein Vater hat am Nachmittag wegen dem Sechseläuten frei und ist mit seinen Kindern um den See gelaufen. «Wir haben nur etwas getrunken und sind auf die Toilette», sagt er. «Doch jetzt gerade habe ich Schwierigkeiten damit, meine Kinder wieder vom Spielen auf dem Traktor wegzubewegen.» (Lea Ernst)

La Corona, Uster, gegen 16.30 Uhr

Man ist sich ja ein bisschen Wortspiel-Kalauer gewohnt in diesen Tagen im «La Corona» in Uster; aber heute ist Sari Oberegger aus dem Service auch selber zum Scherzen aufgelegt. «Die Wiederöffnung von Beizen ist toll. Dann kann ich wieder auswärts essen gehen.» Sie grinst. Natürlich ist die Sache auch schön für sie, weil sie wieder Gäste bewirten kann. «Wir haben sonst ja einfach den Laden. Aber da kommen die Gäste und gehen gleich wieder raus. Jetzt können sie wieder sitzen.» Und das tun sie heute auch - für einen Montag und dann noch nur auf der Veranda draussen sei es bislang sehr gut gelaufen, sagt Oberegger. Man habe sich aber auch ins Zeug gelegt. «Wir haben die ganzen Tische und Bänke neu abgeschliffen und wieder montiert. Wir sind bereit.» Ob die Sache wirtschaftlich aufgehen wird, ist für sie aber unklar. Man werde jetzt zwei Wochen lang testen und dann weiterschauen. «Für uns war klar: Wenn wir können, machen wir auf und schauen, wie das ankommt.» (David Kilchör)

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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