Der Impfstoffhersteller Moderna hat der Schweiz am Samstag anstatt 350'000 lediglich ein Fünftel der Dosen geliefert. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe Moderna kurzfristig mitgeteilt, dass die Anzahl Dosen der Lieferung vom Samstag reduziert werde und lediglich rund 70'000 Dosen in der Schweiz eintreffen würden. Das schreibt die Nachrichtenagentur Keystone-SDA (Sda).
Der Kanton Bern hatte das BAG am Samstag wegen des kurzfristig mitgeteilten Lieferengpasses von Moderna scharf kritisiert. Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) forderte, dass der Bund die Verantwortung deshalb Fachleuten aus der Wirtschaft übertragen solle.
Zweitimpfungen nicht gefährdet
Die geringere Liefermenge stellt auch den Kanton Zürich vor Probleme. Laut der «Sonntagszeitung» müssen Tausende Erstimpfungen bei Hausärzten verschoben werden. Dies bestätigte eine Sprecherin der Gesundheitsdirektion gegenüber der Zeitung.
In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagt die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP), dass eine so kurzfristige Liefer-Änderung «natürlich ärgerlich» sei. Dank Reserven könnten alle geplanten Zweitimpfungen aber durchgeführt werden. «Allerdings müssen wir den Grossteil der für nächste Woche geplanten Abgaben an Hausärzte für Erstimpfungen verschieben.» Entscheidend sei, dass der Rest der Lieferungen in den nächsten Tagen auch wirklich komme.

