Auf der Suche nach verlässlichen Informationen zu den Internierten im Tösstal im Zweiten Weltkrieg stossen wir auf einen kleinen Nachlass im Staatsarchiv des Kantons Zürich. Es ist eine Sammlung von Akten aus dem Jahr 1940, die der Offizier und Heerespolizist Werner Zuppinger (1904–1969) hinterlassen hat. Sie enthält einen bunten Querschnitt durch das, was in den Sommermonaten 1940 über seinen Tisch gegangen ist.
Ein Glücksfall, dass ein Grossteil der Akten Rikon, Turbenthal und Wila aber auch Madetswil, Pfäffikon und Fehraltorf betreffen. Die Dokumente sind noch nicht erschlossen und liegen in drei kleinen Mäppchen, genauso wie sie vor einigen Jahren abgeliefert wurden.
Verbotener Kontakt
Eine Mitteilung macht uns besonders hellhörig. Am 17. September 1940 meldet ein gewisser Leutnant Klaus zuhanden der Militärpolizei folgenden Vorfall betreffend einer Frieda F. aus Turbenthal, geboren am 16. Juni 1922:
«Trotz dem ausdrücklichen Verbot des Verkehrs mit den Internierten hat sie Internierte in ihre Wohnung genommen. Ich sehe mich daher veranlasst, diese Person zu arretieren und den zuständigen Behörden zuzuführen. Es liegt der Verdacht nahe, dass sich Frieda F. den Internierten gegenüber politisch betätigt hat, wie man sich leicht denken kann, wenn man weiss, dass die ganze Familie bereits wegen verbotenem Nachrichtendienst zu Gunsten von Deutschland verhaftet war.»

