Ob Kaffeekapseln, Dübel oder Präservative: In vielen Produkten des täglichen Bedarfs steckt Kunststoff. Entsprechend hoch ist die Nachfrage in der verarbeitenden Industrie. Das wird ihr jetzt zum Verhängnis. Wegen der Corona-Pandemie hat sie Mühe, ausreichend Kunststoffgranulat als Rohstoff für die Produktion zu beschaffen. Die Knappheit treibt zudem die Preise in die Höhe. Dadurch dürften sich auch die Produkte verteuern.
Die KMT Kunststoff und Metallteile AG mit ihren rund 50 Mitarbeitern in Hinwil leidet unter einer extremen Versorgungsknappheit, langen Lieferfristen und kurzfristigen Stornierungen bei den bestätigten Lieferungen. «Dazu gehen die Auftragslage und die Preise durch die Decke», sagt Geschäftsführer Richard Anrig. «Teilweise verzeichnen wir Preissteigerungen von 50 bis 60 Prozent.»
Prekäre Engpässe
Am stärksten betroffen seien Kunststoffe, wie sie etwa für Werkzeugkoffer oder Dübel verwendet werden. Anrig bezeichnet die Situation in diesem Bereich als besonders prekär. Die Engpässe würden Endabnehmer aus sämtlichen Branchen der Industrie tangieren – vor allem Hersteller von Spritzgussteilen. Knappheit und Preissteigerungen sind auch im Bereich Medizinaltechnik denkbar, etwa bei künstlichen Kniegelenken oder Hüftprothesen. Das gleiche gilt für Desinfektionsmittelfläschchen sowie für Testkits und Spritzen.

