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Politik

Wetziker Delikatessen-Produzent wehrt sich gegen Hotel des Jahres

Weil das Grand Resort Bad Ragaz ganz auf die Kulinarik setzt, feiert es ein volles Haus. Von Lebensmittellieferanten verlangt es trotzdem finanzielle Hilfe. Das stört einen Wetziker besonders.

Patrick Marxer hat am 1. April nicht schlecht gestaunt. Auf dem Online-Kanal von «Gault Millau» hatte der Kleinproduzent vom Zürcher Oberland einen Artikel über das Grand Resort Bad Ragaz entdeckt. Der Gastroführer berichtete gross über das Resort mit seinen Hotels und seinen Restaurants. Im Titel stand: «Full house. Trotz Corona». Generalmanager Marco Zanolari wurde wie folgt zitiert: «Wir haben auf die Karte Kulinarik gesetzt. Das zahlt sich jetzt aus.» Marxer beliefert das Luxusresort mit Spezialitäten seiner Firma Das Pure in Wetzikon.

«Gault Millau»-Chefredaktor Urs Heller schrieb: «Der Laden brummt.» Das Grand Resort Bad Ragaz sei Wochenende für Wochenende ausverkauft. Zu stolzen Zimmerpreisen, denn Schnäppchen gebe es dort nicht. Der Gastroführer hatte das Grand Resort Bad Ragaz als «Hotel des Jahres 2021» ausgezeichnet. Wer kurzfristig für Samstag ein Zimmer für eine Nacht reservieren wolle, müsse bereit sein, dafür weit über 1000 Franken auszugeben – ohne Abendessen.

Einsparpotenziale bei den Zulieferern

Patrick Marxer und andere Zulieferer haben vom Luxushotel ganz andere Signale erhalten. Ende November wandten sich Generalmanager Zanolari und Geschäftsführer Patrick Vogler mit einem dringlichen Brief an Zulieferer und Produzenten wie Marxer. Sie riefen zur Solidarität auf. Die Pandemie und die wirtschaftliche Krise mache auch vor dem Grand Resort Bad Ragaz nicht halt, schrieben sie. «Aufgrund der wirtschaftlichen Situation, hervorgerufen durch Covid-19, müssen auch wir mögliche Einsparpotenziale nutzen, um die Marktposition zu erhalten und damit auch dem Zuliefergewerbe die mittel- und langfristige wirtschaftliche Existenz zu ermöglichen.»

Die beiden obersten Hotelchefs forderten von ihren Zulieferern, «uns künftig mit einem Cashback abhängig von der Umsatzsumme des jeweils kommenden Jahres zu unterstützen». Bei einem Umsatz von 1500 bis 20’000 Franken sollen sie 4 Prozent beisteuern. Je höher der Umsatz, desto höher soll der Betrag sein. Bei einem Umsatz ab 500’000 Franken steigt er auf 7 Prozent. Auf rückwirkende Forderungen werde verzichtet. Diese Massnahme erlaube den Betrieben eine vorausschauende finanzielle Planung. Zulieferer, die nicht mit der Aktion einverstanden waren, mussten sich umgehend schriftlich beim Resort melden.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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