Der Chef griff zur Selbsthilfe: Weil ihm die auf dem Markt erhältlichen Corona-Tests zu teuer waren, entwickelte Prionenforscher Adriano Aguzzi kurzerhand selber einen. So konnten die 50 Mitarbeiter seines Instituts für Neuropathologie am Universitätsspital Zürich auch ohne Bundeshilfe regelmässig ins Röhrchen spucken und danach sorglos zur Arbeit gehen. «Weil unser Institut über das nötige Know-how und die Labor-Einrichtungen verfügt, kostet der PCR-Test nur einen Bruchteil des marktüblichen Preises», erläutert Aguzzi auf Anfrage dieser Zeitung.
Die Herstellungskosten eines PCR-Tests liegen laut Branchenkennern unter zehn Franken, jene eines Antigen-Schnelltests eher unter einem Franken. Dazu kommen die Entwicklungskosten sowie der Aufwand für Labor, Personal und Vertrieb. Wie viel am Ende bezahlt wird, diktiert der Bund – und der dreht die Spirale nach unten. Liess sich zu Beginn der Pandemie ein Patient mit Symptomen testen, so kostete das die Krankenkasse 204 Franken einschliesslich Auftragspauschale. Inzwischen vergütet der Bund für den gleichen Test nur noch 94 Franken. Für einen Antigen-Schnelltest gibt es nicht mehr als 21.50 Franken.
Weitere Milliarde für Testoffensive
Massentests sind bis zu zehnmal billiger, weil sie «gepoolt» werden: Es werden mehrere Proben gleichzeitig analysiert, was die Kosten pro Test senkt. Am untersten Ende der Skala rangieren mit 12 Franken die schnellen, aber weniger aussagekräftigen Selbsttests aus der Apotheke. Bisher wurden in der Schweiz 6,3 Millionen Tests abgenommen, der Hauptharst davon die teureren PCR. Nimmt man einen Mittelwert, resultiert ein Umsatz von rund einer Milliarde Franken.

