Am Genfer Universitätsspital sind auch Covid-Patienten um die 40 in den letzten Tagen keine Seltenheit mehr. «Wir sehen es deutlich», sagt Assistenzarzt Christophe Marti, «früher hatten wir hauptsächlich Menschen über 75 Jahre, heute sind es Patienten im Alter von 55 bis 65 Jahren, die am häufigsten auf unserer Station zu finden sind.»
Peter Steiger, stellvertretender Direktor des Instituts für Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich, bestätigt den Befund. «Auffällig ist, dass sich das Alter der Patienten nach unten verschiebt», sagt der Mediziner. «Seit Beginn dieser Welle hatte ich bereits drei unter 30-jährige Patienten auf der Station, davon zwei Schwangere. In der gesamten zweiten Welle mit über zweihundert Patienten waren es lediglich neun, die unter 30 waren», so Steiger.
Schwere Verläufe
40 Prozent seiner 31 Intensiv-Patienten der dritten Welle seit 1. März waren unter 60 Jahre alt. Schon sieben wurden an eine ECMO-Maschine angeschlossen, die bei sehr schweren Verläufen erforderlich wird. Dabei wird das Blut ausserhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und gleichzeitig CO2 entfernt. Diese Therapie kommt nur bei jüngeren Patienten mit wenigen Vorerkrankungen infrage, deren Krankheitsverlauf eine Aussicht auf Besserung hat. Der Anteil der ECMO-Patienten ist im Vergleich zur zweiten Welle gestiegen, damals wurden insgesamt weniger als 10 Prozent so behandelt.
Lag das Medianalter im Oktober bei den schweizweiten Spitaleintritten noch bei 74 Jahren, so sank es bis heute um zehn Jahre auf 64. Zum einen ist das der Effekt der Impfung. Der Schutz der älteren Generationen führt dazu, dass der Anteil der über 75-Jährigen an allen Hospitalisationen in den letzten Wochen zurückgegangen ist. Folglich ist es auch logisch, dass der Anteil der jüngeren Altersgruppen steigt.

