Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt mehr als 75 Jahre zurück. Fast alle Zeitzeugen von damals sind nicht mehr da. Der letzte polnische Internierte Edward Krolak ist im vergangenen Jahr gestorben. Es gibt aber noch Menschen, die sich an jene Zeit erinnern – sie waren damals Kinder. Andere haben ihre Erfahrungen an ihre Nachfahren weitergegeben.
Richard Clavadetscher aus Turbenthal zum Beispiel: « Ich meine mich zu erinnern, dass meine Mutter selig mir sagte, dass Polen seinerzeit auch in Dettenried interniert waren. Man habe sie jeweils auf dem Tanz getroffen. » Gut möglich, dass das Sandstein-Relief zwischen Dettenried und Rikon von ihnen gemacht wurde. Zwei weitere Hinweise haben wir zum Relief in Sennhof erhalten.
Das Geheimnis der Steinreliefs
Urs Weiss aus Bisikon berichtet Folgendes: « Ich (geboren 1957) bin im Sennhof der 60er und Beginn der 70er Jahre aufgewachsen. Mein Vater war Bahnhofvorstand/Posthalter im Sennhof. Als Kinder spielten wir oft unmittelbar neben dem in Sandstein gehauenen Mann unter einem Felsvorsprung. Unten war die Strasse noch nicht geteert und es gab noch Kammmolche in den Pfützen am Wegesrand. Im Sommer badeten wir mutig im kalten Industrie-Kanal und in der Töss.
Eines Tages bin ich mit meinem Firm-Götti Bruno Exer, der als Angestellter bei der Spinnerei Hermann Bühler & Co. arbeitete, in Richtung Seemerrüti gelaufen. Er hat mich voller Stolz auf die Skulptur des Mannes im Felsen aufmerksam gemacht – natürlich kannte ich sie schon lange. Er erwähnte, dass sein Bruder diese Skulptur zum Zeitvertreib gemacht habe. Auch war damals noch eine Signatur des Künstlers (ich glaube RE) sichtbar. Der erwähnte Bruder Exer wohnte zu dieser Zeit in Winterthur. »

