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«Wird der Kredit abgelehnt, sparen wir kein Geld und die Schulqualität leidet»

Bis zu den Sommerferien soll der temporäre Schulraum Sandgrueb zum Pfäffiker Schulhaus Pfaffberg umziehen, damit dort ein neues Oberstufenzentrum entstehen kann. Zuerst braucht es aber ein Ja der Bevölkerung.

Vor vier Jahren wurde der temporäre Schulraum Sandgrueb eingeweiht. , Nun soll er zum Schulhaus Pfaffberg umziehen und das neue Oberstufenzentrum bilden. , Damit hätten auch die Sekundarschüler vom Schulhaus Mettlen Platz im Pfaffberg. , Für Schulpräsident Hanspeter Hugentobler wäre diese Verschiebung ein Befreiungsschlag.

PD

«Wird der Kredit abgelehnt, sparen wir kein Geld und die Schulqualität leidet»

1,8 Millionen Franken für die Verschiebung des temporären Schulraums Sandgrueb – die Pfäffiker Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) macht es in ihrem Statement eigentlich klar: «Die zunehmend kritische Finanzlage der Gemeinde Pfäffikon lässt solch hohe Ausgaben für einen ‹einfachen Umzug› gar nicht zu.»

Trotzdem geht die RGPK mit dem Pfäffiker Gemeinderat und den Ortsparteien SVP, SP, FDP und EVP einig: Die Verschiebung ist nötig. Denn entgegen den Prognosen aus dem Jahr 2011, laut denen der heutige Schulraum in der Gemeinde auch für eine wachsende Schülerzahl ausreichen würde, sieht sich die Gemeinde mit einem Wachstum von heute 60 auf 80 Klassen bis ins Jahr 2033 konfrontiert.

«Die Zahlen, die dann im Jahr 2018 bekannt wurden, haben alle überrascht», sagt Schulpräsident Hanspeter Hugentobler (EVP). Zwar seien die Migration in die Schweiz und die Geburtenraten richtig errechnet worden. «Aber die Zuzüge aus anderen Kantonen wurde vom Statistischen Amt unterschätzt. Daher war die Schulraumstrategie von 2011 nicht mehr zu halten.»

Langfristige Lösung

Seit einigen Jahren werden die Pfäffiker Schulhäuser Schritt für Schritt saniert. Ein Oberstufenzentrum im Pfaffberg sowie ein Primarschulzentrum im Mettlen sollen die Situation langfristig entspannen. In der Primarschule Mettlen zeichnen sich bereits heute räumliche Engpässe ab. «Dabei ist das Quartier um das Schulhaus eines der am stärksten wachsenden in der Gemeinde», sagt Hugentobler. Hier wird in den nächsten Jahren auch rund 80 Prozent des Zuwachses an Kindern erwartet.

Ziehen die Oberstufenschülerinnen und –schüler vom Mettlen ins Pfaffberg um, entstehen genügend Raumkapazitäten, um langfristig alle Primarklassen im Mettlen unterbringen zu können. Bevor es soweit ist, muss das Gebäude aber erst einmal saniert werden. Diese Bauarbeiten sollen in diesem Jahr beginnen.

Damit alle Pfäffiker Oberstufenschüler ab dem nächsten Schuljahreswechsel im Pfaffberg Platz haben, braucht es die Verschiebung des temporären Schulraums Sandgrueb. Dieser wurde vor vier Jahren neben dem Schulhaus Obermatt eingeweiht und dient als Ausweichort für die Klassen, deren Schulhaus gerade saniert wird. Über den für die Verschiebung nötigen Kredit in Höhe von 1,8 Millionen Franken stimmt die Pfäffiker Bevölkerung am 18. April ab.

Dass der bestehende Containerbau bereits nach vier Jahren wieder verlegt wird und die Erschliessungsarbeiten nicht ausreichend amortisiert werden können, sei zwar ein Nachteil, generiere aber keine eigentlichen Zusatzkosten. «Wird der Kredit abgelehnt, sparen wir trotzdem kein Geld und die Schulqualität leidet zusätzlich», sagt Hugentobler. Denn dann müsste der Oberstufenunterricht an den drei Standorten stattfinden, was eine weitere Welle an Problemen auslösen würde.

Unfallgefahr steigt

Die Schüler müssten während der Unterrichtszeit sehr häufig wechseln zwischen den Standorten. Denn in der Sandgrueb werden derzeit die Grundfächer unterrichtet, an den Standorten Mettlen und Pfaffberg neben Sport, Musik, Wirtschaft-Arbeit-Haushalt, Natur-Technik sowie Technisches und Textiles Gestalten auch alle Wahlfächer. Zwar sei es Oberstufenschülern zuzumuten, längere Distanzen in der Gemeinde eigenständig zurückzulegen.

«In der 20-minütigen 10-Uhr-Pause würde ein Schulhauswechsel zeitlich zwar noch drinliegen», sagt Hugentobler. In den kürzeren Pausen seien die Strecken aber nicht zu bewältigen. Darum müsste die Schule für diese Wechsel Schulbusse zur Verfügung stellen, die wiederum Kosten verursachen. Gemäss Modellrechnungen könnten dadurch zwischen 30‘000 und 100‘000 Franken pro Jahr entstehen.

«Wir haben zwar überlegt, den Stundenplan etwas zu strecken, um längere Pausen zu bilden», sagt Hugentobler. Doch wenn die Unterrichtszeit weiter in den Abend hineinreicht, entstehen schnell Konflikte mit ausserschulischen Aktivitäten wie etwa Sportvereinen. Darum habe man die Idee wieder verworfen.

Und auch wenn die Schüler alle Strecken eigenständig hinter sich legen: «Auf dem Schulweg ist die Schule für die Sicherheit zuständig und bei Unfällen haftbar.» Durch die häufigen Schulhauswechsel steige diese Unfallgefahr im ganzen Dorf. Bereits  bei den heutigen regelmässigen Wechseln der Sekundarschülerinnen und -schüler zwischen den Standorten Pfaffberg und Mettlen habe es wiederholt sehr brenzlige Situationen und Beinahe-Unfälle gegeben.

Nächster Neubau geplant

Weiter sei dadurch die Integration von Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, was zu einer Zunahme von teureren Schulungen in externen Sonderschulungen führt. «Dadurch können schnell Mehrkosten zwischen 100‘000 und 250‘000 Franken pro Jahr entstehen», so Hugentobler. Nicht zuletzt müsse von höheren Fluktuationen bei den Lehrpersonen ausgegangen werden, da durch all diese Massnahmen die Attraktivität des Arbeitsplatzes Oberstufe Pfäffikon sinken würde.

Hanspeter Hugentoblers Fazit: «Wird die Verschiebung nicht bewilligt, werden die vermeintlich eingesparten Kosten durch die Mehrausgaben der Schule höchstwahrscheinlich mehr als kompensiert.» Diese Mehrausgaben werden auf jährlich bis zu 850‘000 Franken geschätzt, könnten also während den sechs Jahren, in denen der Schulraum im Pfaffberg stehen soll, auf über 5 Millionen Franken anwachsen.

Langfristig ist auf dem Pfaffberg-Areal ein weiterer Neubau vorgesehen, um definitiv Platz für alle Oberstufenschüler bieten zu können. Für dieses Vorhaben läuft derzeit der Projektwettbewerb. Hugentobler: «Wir rechnen im Moment damit, der Bevölkerung den Projektkredit noch dieses Jahr vorlegen zu können.»

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