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Politik

Frühlingserwachen

Kolumnist Guy A. Lang schreibt in seiner neusten Kolumne über den Beginn des Frühlings und vergleicht die blühenden Triebe mit pubertierenden Jugendlichen.

Von den Trieben habe ich schon geschrieben, diesen zarten Sprösslingen. Nun kommen sie in die Pubertät, treiben Blüten, schmücken sich mit Farben und locken Blicke und Bienen zu sich. Das ist genau genommen nicht anders bei den jungen Menschen. Kaum den Kinderschuhen entronnen, machen sie mit allen Mitteln auf sich aufmerksam. Mit eigenwilligen Kleidern, ungewöhnlichen Frisuren, auffälligen Farben, Gerede und Getue versuchen sie einer erwünschten Partnerin oder einem möglichen Partner zu imponieren.

Es ist eine schöne, fröhliche Zeit, Vögel kratzen Moos aus den Wiesen, um Nester zu bauen, Bienen umschwärmen die blühende Pracht, die Sonnenstrahlen gewinnen an Kraft, die Jungen strotzen vor Übermut und Tatendrang. Manchmal schiessen sie übers Ziel hinaus, oft schwanken sie zwischen zu Tode betrübt und himmelhoch jauchzend. Immer begleitet vom Erwachen der Natur, in Flora und Fauna. Alles drängt zum Wachsen und Gedeihen, Menschen, Tiere, Pflanzen.

Dies alles zu beobachten, ist eine wahre Freude. Die anstrengenden Stunden des Schneeschaufelns sind vergessen, Salz und Schaufel sind versorgt, die Hoffnung auf gute Zeiten ist wieder intakt. Denn sie ist das wichtigste Gut, das wir haben. «Wie könnte ich ohne Hoffnung leben», schrieb schon Franz Kafka. (Guy A. Lang)

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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