Sobald in der Schweiz die impfwillige Bevölkerung geschützt ist, will der Bundesrat praktisch alle Corona-Einschränkungen aufheben, wie er letzte Woche sagte. Nur: Unter den «Impfunwilligen» sind viele Personen, die sich gern impfen lassen würden, die dies aus medizinischen Gründen aber nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen tun können.
Es sind nicht wenige: Es betrifft Menschen, die an Autoimmunkrankheiten wie Rheuma oder multipler Sklerose leiden, Schwangere, manche Allergiker oder Personen, deren Immunsystem wegen einer Tumorbehandlung oder einer Organtransplantation gezielt geschwächt wurde. Wie viele dies betrifft, ist nicht bekannt: Der Bund zählt sie zu den Impfunwilligen, die sich in seinen Szenarien auf mindestens 25 Prozent der Bevölkerung belaufen.
Hautausschläge, Atemnot, allergische Schocks
Betroffene sind verunsichert – und rufen etwa beim Beratungstelefon des AHA Allergiezentrums Schweiz an. Über 50 Anrufe gingen im Januar und Februar dazu ein, im Vorjahr waren es fünf. Die Anrufer sagen, sie hätten bereits einmal allergisch auf Medikamente oder Impfungen reagiert. Und fragen, ob sie sich noch impfen lassen können.
Bei den allermeisten Allergikern verursachen Impfungen gegen Covid-19 keine Probleme – aber eben nicht bei allen. Manche bekommen nach einigen Tagen Hautausschläge; diese sind unangenehm, aber nicht gefährlich, und erlauben meist eine zweite Impfung. Es kommt aber, wenn auch selten, vor, dass Patienten auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagieren, mit Atemnot etwa oder mit allergischen Schocks, die lebensgefährlich sein können. Sie haben zurzeit nicht die Möglichkeit, auf einen anderen Impfstoff ausweichen, da die beiden aktuell zugelassenen ähnliche Bestandteile enthalten.

