Es ist kein verspäteter 1. April-Scherz: Im Dorf Seelmatten, nah der thurgauischen Grenze, wurden einst Flugzeuge hergestellt. Damit verbunden ist eine schier unglaubliche Geschichte. Ein eigentlich erfolgreicher Flugzeugbauer, von alten Seelmättlern als grosser Denker beschrieben, geriet finanziell in Schieflage und versuchte daher auf unrechtmässigem Weg, das Versicherungsgeld einzustreichen.
Emil Karpf (siehe Box) bot indes über Jahre auch Arbeits- und Lehrplätze in der Gemeinde Turbenthal an. Vor dem unrühmlichen Ende seines Geschäfts war Karpf noch Präsident der damaligen Wasserversorgung Seelmatten, weshalb er sich mit einer nicht funktionierenden Pumpstation herumschlug.
So findet sich im Privatbestandsarchiv des Gemeindehauses in einer entsprechenden Akte noch ein Brief, in dem Karpf an die zuständige Firma schrieb: « Ihr Monteur, den ich am Samstag mit dem Flugzeug nach Seelmatten geholt habe, konnte den Fehler auch nicht finden. »
Karpf Flugzeuge in Schänis
In einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2007, geschrieben von Albert Büchi, steht, dass Emil Karpf Anfang der 1940er Jahre nach Seelmatten kam. Im stattlichen, 1895 erbauten Riegelhaus, in dem sich zuvor eine Stickerei befunden hatte, konnte er seine Werkstatt einrichten. Er blieb im Haus bis Beginn der 1950er Jahre.

