Jürg Plüss' Auftritt als Täter im Februar ausgestrahlten Dortmunder Tatort «Heile Welt» glich einem Steigerungslauf. In der ersten Szene beäugt er in seinem Konkurs gegangenen Laden inmitten einer Sozialbau-Siedlung den Tatort-Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) misstrauisch und bleibt wortkarg. Zum Schluss brechen die Worte als Tatort-Täter stakkatoartig aus ihm heraus.
Dazwischen bietet der Freudwiler Mime in seiner Rolle als verbitterter Verlierer der Leistungsgesellschaft vor dem Tatort-Millionenpublikum eine breite Palette an schauspielerischem Können: dumpfes kollegiales Saufgehabe, aufgeräumte Hoffnungsstimmung, boshaftes Glimmern von Gewaltbereitschaft.
Umgänglich trotz sozial inkompatibler Rolle
Plüss hat die Chance einer tragenden Nebenrolle in einem deutschen «Tatort» mit vollen Händen gepackt. «Meine Berliner Agentin hat den Kontakt hergestellt, ich habe das Drehbuch bekommen und natürlich zugesagt», so der Schauspieler.
Vor dem ersten Zusammentreffen – coronabedingt per Zoom – mit dem ungleich berühmteren Kommissar-Schausteller Jörg Hartmann sei er nervös gewesen, so Plüss. «Der in seiner Rolle sozial nicht wirklich kompatible Kommissar Faber hat sich aber als höchst umgänglichen Schauspielkollegen herausgestellt und wir haben sehr gut zusammen gearbeitet. Und als schauspielerischer Counterpart war Jörg Hartmann einfach toll. Das motiviert und erleichtert es mir, auch bestmöglich zu spielen.»

