Zürichs Gefängnisse und Vollzugsanstalten sind üblicherweise stets sehr gut ausgelastet. Doch seit dem Ausbruch der Pandemie sind sie mancherorts wie leer gefegt. Am deutlichsten merken das die Vollzugseinrichtungen Bachtel im Oberland, das Flughafengefängnis und die Halbgefangenschaft in Winterthur. Dort sind die Belegungszahlen im vergangenen Jahr von rund 80 auf 50 Prozent gesunken.
Ebenfalls deutlich weniger Plätze sind im Frauengefängnis Dielsdorf (von über 68 Prozent 2019 auf aktuell 41 Prozent) und der Frauenabteilung im Gefängnis Zürich (von 57 auf 33,3 Prozent) besetzt. Aber auch in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies sind 40 Plätze leer. So ist das grösste Gefängnis der Schweiz momentan zu 86 Prozent belegt, 2019 waren es noch 97 Prozent.
Dass Corona einen so grossen Einfluss auf die Gefängnisse hat, hängt mit einem Urteil, einer Entscheidung sowie einem Rätsel zusammen.
Keine Ausschaffungen mehr möglich
Das Urteil hat das Bundesgericht im vergangenen Juli gefällt: Wer aufgrund der Corona-Pandemie nicht in ein bestimmtes Land zurückgeschafft werden kann, muss aus der Ausschaffungshaft freigelassen werden. Dies betrifft vor allem das Flughafengefängnis, hier haben die Migrationsbehörden nach dem Entscheid einen grossen Teil der Gefangenen entlassen.
