Herr Gerfin, für 2020 gingen Sie im letzten März von einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent aus. Lagen Sie richtig?
Tobias Gerfin: Nein. Das Gegenteil ist eingetroffen. Wir hatten sehr viel Arbeit und verzeichneten sogar einen Umsatzzuwachs. Weil Restaurants schliessen mussten, Veranstaltungen grösstenteils verboten und Reisen teilweise kaum möglich waren, hat ein richtiger Koch-Boom eingesetzt. Die meisten Branchen rund um den Themenkomplex Zuhause/Haushalt/Garten profitierten.
Können Sie konkrete Zahlen zum Wachstum von Kuhn Rikon nennen?
Nein. Als familiengeführte Aktiengesellschaft kommunizieren wir keine Zahlen zum Umsatzwachstum gegen aussen. Nur so viel: Wir haben im 2020 einen Gewinn erzielt und sind gegenüber dem Vorjahr gut gewachsen.
«Vor der Krise produzierten unsere Mitarbeiter in einer Schicht.»
Ich gebe Ihnen eine andere Zahl: Weltweit haben wir etwa 210 Mitarbeiter. In der Schweiz konnten wir im Verlauf des letzten Jahres zusätzlich 13 Vollzeitstellen schaffen. In Rikon produzieren wir momentan im Drei-Schicht-Betrieb. Zwei Schichten produzieren am Tag, eine kleine Gruppe über Nacht. Dies, damit wir die grosse Nachfrage einigermassen decken können. Vor der Krise produzierten unsere Mitarbeiter in einer Schicht. Diese dauerte von etwa 6 bis 14.30 Uhr.
Wie wirkt sich das gute Geschäftsjahr 2020 der Kuhn Rikon finanziell auf die Gemeinde Zell aus?
Unser Wachstum wird sich bei der Gemeinde wohl erst etwa im Jahr 2023 durch höhere Unternehmenssteuern bemerkbar machen. Die Jahre vor der Krise liefen finanziell nicht optimal, weshalb wir sicher noch nächstes Jahr Verlustvorträge bei den Steuern anmelden können.

