Die Ausgangslage vor seiner Sitzung vom Freitag ist für den Bundesrat besonders schwierig. Die Hoffnung auf mehr Bewegungsfreiheit ist gross. Doch die Fallzahlen sind in den letzten Tagen von einem nach wie vor hohen Niveau aus wieder leicht gestiegen, die Zahl der Spitaleinweisungen sinkt nicht mehr.
Drei der vier Richtwerte für den zweiten Öffnungsschritt erreicht die Schweiz derzeit nicht, worauf auch im Umfeld des Bundesrats verwiesen wird. Erfüllt ist das Ziel nur bei den Intensivstationen: Mit 175 Covid-Patienten liegt der Wert weit unter der Schwelle von 250. Hingegen übersteigt der R-Wert mit 1,07 das Ziel von 1, die 14-Tages-Inzidenz verfehlt mit 179 die angestrebten 164, die Rate positiver Tests liegt knapp über 5 Prozent. Zudem hat in Deutschland das Robert-Koch-Institut soeben den Beginn der dritten Pandemiewelle festgestellt.
Trotzdem muss die Landesregierung am Freitag ein Konzept für die weiteren Öffnungen beschliessen, das sie den Kantonen zur Stellungnahme unterbreiten kann. Der definitive Entscheid fällt zwar erst in einer Woche, doch es gibt wenig Grund zur Annahme, dass sich die epidemiologische Lage bis dann wesentlich verbessern wird.
Terrassen als höchstes der Gefühle
Eine grosse Lockerungsrunde ist deshalb nicht zu erwarten. Die notleidende Gastrobranche kann nicht mit einer baldigen Wiedereröffnung der Restaurants rechnen. Zur Diskussion steht für den 22. März wohl höchstens die Bewirtung auf Terrassen. Als weitere Option gilt die Zulassung von Sportaktivitäten ohne Körperkontakt in Innenräumen. Dazu zählen etwa Fitness- oder auch Tenniscenter.

