Eigentlich wollte er eine überdachte Terrasse. Doch der Ustermer Bauherr, der anonym bleiben möchte, muss mit dem Spatenstich noch warten. Und zwar mindestens sechs Wochen, wie aus einem Schreiben der Stadt Uster hervorgeht, das der Redaktion vorliegt. Die zuständige Stelle schreibt dabei von einer «Annahmeverzögerung». Der Bauherr sagt: «Wir haben das Gesuch entsprechend vorbereitet und dann wurde mir versichert, dass es bewilligungsfähig sei.»
Die Stadt beruft sich im Schreiben auf das kantonale Planungs- und Baugesetzes: «Können die Behandlungsfristen nicht eingehalten werden, wird den Gesuchstellern unter Angabe der Gründe mitgeteilt, wann der Entscheid vorliegt.»
Viele private Bauherren
Der Grund für die Verzögerung sei die Überlastung der personellen Ressourcen der Ustermer Baubehörde, sagt Stefan Reimann, Leiter des Geschäftsfelds Hochbau und Vermessung. «Wir haben einen enormen Zuwachs an Baubewilligungsgesuchen seit der Pandemie.» Obwohl man schon vor der Pandemie eher am Anschlag gewesen sei, habe die Menge an Gesuchen seither massiv zugenommen. Der Stadtrat habe deshalb im letzten Jahr ausserplanmässige Mittel gesprochen und ein externes Unterstützungsmandat beigezogen, sagt Reimann. Damit habe man die Wartezeit bereits etwas senken können. «Diese Mittel sind jetzt aber aufgebraucht».
Ein Bauboom sei auch in anderen Gemeinden zu beobachten, so Reimann weiter. Vor allem die privaten Bauherren machen der Ustermer Baubehörde zu schaffen. Die Leute seien zu Hause im Homeoffice und hätten offenbar Zeit für kleinere Arbeiten, die alle eine Baubewilligung benötigten: Photovoltaik-Anlagen oder die Installation von Wärmepumpen.

