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Campingplatz Auslikon soll zur Badi Baumen umziehen

Bernhard Huber, Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee, setzt sich für einen alternativen Campingplatz am See ein. Dafür hat er ein Grundstück neben der Pfäffiker Badi ins Auge gefasst.

Auf dieser Parzelle soll ein neuer Campingplatz in Pfäffikon entstehen. , Dies wünscht sich Bernhard Huber, Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee. , Er soll als Ersatzstandort für den Campingplatz Auslikon dienen, der per 2023 aufgelöst wird.

Archivfoto: Imre Mesterhazy

Campingplatz Auslikon soll zur Badi Baumen umziehen

Ab 2024 wird es keinen Zeltplatz mehr am Pfäffikersee geben. Die Aufhebung des Ausliker Campingplatzes ist eine der Kernmassnahmen des Mobilitäts- und Umweltkonzeptes, das der Regierungsrat im September 2019 vorgestellt hat. Gefreut hat dieser Entscheid scheinbar nur wenige.

Eine Gruppe Ausliker hat sich im letzten Jahr mit einer Unterschriftensammlung an Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) gerichtet, mit der sie sich gegen die «unnötigen, unverhältnismässigen und kontraproduktiven Massnahmen» wehren. Und der Zeltplatz-Chef doppelte mit einer weiteren Petition nach.

Touristische Attraktion geht verloren

Doch auch Naturschützer sind nicht nur begeistert. «Da der jetzige Campingplatz mitten im Natur- und Moorschutzgebiet liegt, ist dieser Entscheid zwar nachvollziehbar und aus Sicht des Naturschutzes am Pfäffikersee gerechtfertigt», sagt Bernhard Huber, Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee. Trotzdem setzt er sich nun für einen Alternativstandort ein. «Denn die Aussicht, dass ab 2024 am Pfäffikersee keine Möglichkeit mehr zum Campieren und Zelten vorhanden sein soll, ist bedauerlich.»

Eine touristische Attraktion für die Pfäffikerseeregion gehe damit verloren. Das Campieren und Zelten ausserhalb von Naturschutzgebieten sei zudem eine durchaus umweltverträgliche und familienfreundliche Art, wie man Ferien und Ausflüge in naturnaher Umgebung verbringen kann.

«Jetzt kann wieder sachlicher debattiert werden.»

Bernhard Huber, Präsident Vereinigung Pro Pfäffikersee

«Nach der Veröffentlichung des Mobilitäts- und Umweltkonzeptes gingen die Wogen auf Seiten der Nutzerorganisationen am Pfäffikersee hoch und die Stimmung war eher gereizt», sagt Huber. Nach dem Coronajahr 2020 hätten sich die Wogen nach seiner Einschätzung weitgehend wieder geglättet. «Und es kann wieder sachlicher debattiert werden.»

Aus diesem Antrieb hat er beim Gemeinderat Pfäffikon eine Anfrage eingereicht. So fordert er die Prüfung der Wiesland-Parzelle nordöstlich von der Badi Baumen für einen neuen Camping- und Zeltplatz. Rund um den Pfäffikersee mit seinen ausgedehnten Naturschutzzonen sei dieses Grundstück der einzige erfolgversprechende Ersatzstandort für den Campingplatz Auslikon. Denn die Parzelle sei verkehrstechnisch gut erschlossen, die nötige Infrastruktur mit der Badi grösstenteils bereits vorhanden, Parkplätze existieren ebenfalls und die Feldwiese sei zudem von ihrer flachen Topografie her gut geeignet.

Verkehr als Herausforderung

Gleichzeitig führt Bernhard Huber aber Kontra-Argumente für den Standort auf: Die besagte Parzelle befindet sich derzeit in der Landschaftsschutzzone III A. Sie müsste für einen Campingbetrieb in die Erholungszone VI B umgezont werden. In dieser liegt bereits das Badi-Areal. Nebst der Gemeinde müsste auch der Kanton diese Umzonung und damit das Campingprojekt genehmigen. Zudem müsste das betroffene Land von der Gemeinde – falls nicht schon in deren Besitz – erworben werden.

Dass das Vorhaben einen spürbaren Mehrverkehr erzeugt und damit zu einer erhöhten Lärmbelastung im angrenzenden Wohnquartier führt, glaubt Huber jedoch nicht. «Der verursachte Zusatzverkehr dürfte im Verhältnis zum heutigen Badi- und Ausflugsverkehr bescheiden ausfallen.» Er rechne mit einer Grösse von etwa 50-Camper-Standplätzen, wovon viele Dauermieter sein werden, plus 50 Zeltplätzen.

An schönen Sommertagen sei das Besucheraufkommen im öffentlich zugänglichen Seeuferbereich in Pfäffikon zwar bereits heute schon sehr hoch, doch mit dem neuen Campingplatz könnten auch Synergien genutzt werden, ist sich Huber sicher. «Sei dies durch eine bessere Grundauslastung des Badi-Restaurants oder durch das begehrte Zeltplatz-Angebot bei grösseren Anlässen wie das jährlich stattfindende Reeds-Festival am Pfäffiker Seequai.» Auch das lokale Gewerbe könnte davon profitieren.

Günstiger Zeitpunkt

Eine Machbarkeitsstudie, wie er sie jetzt vom Gemeinderat fordert, solle die nötige Klarheit liefern. «Jetzt wäre der Zeitpunkt dafür auch günstig, da die Schliessung des bestehenden Campingplatzes erst in knapp drei Jahren erfolgt und darum für eine sorgfältige Abklärung der Realisierbarkeit eines Ersatzes noch genügend Zeit vorhanden ist», sagt Huber.

Zudem ergäbe sich eine Win-Win-Situation. «Die Natur gewinnt sowieso durch Rückwandlung des Camping-Areals im Ried- und Moorland und die Erholung sowie der Tourismus in der Pfäffikersee-Region verfügt auch nach 2023 weiterhin über einen ebenbürtigen Camping- und Zeltplatz am Pfäffikersee.»

Der Pfäffiker Gemeinderat werde das Anliegen von Bernhard Huber nun prüfen, wie Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma auf Anfrage sagt. Detailliertere Fragen zum Thema können erst danach beantwortet werden. Nur so viel sagt Thoma: «Der Gemeinderat hatte sich im Zuge der Ausarbeitung des Mobilitäts- und Umweltkonzeptes Pfäffikersee für ein Fortbestehen des Campingplatz Auslikon ausgesprochen – wenn auch in verkleinerter Form.» Darum seien Alternativstandorte bisher nicht genauer geprüft worden.

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