Donatella William Schönbächler aus Pfäffikon sagt, ihre Arbeit habe sich innerhalb des letzten Jahres stark verändert. Die 58-Jährige führt seit sieben Jahren eine Praxis für Ernährungsberatung in Pfäffikon, ein Grossteil ihrer Klienten wird vom Arzt überwiesen. Die Entwicklung der vergangenen Monate bereitet ihr Sorgen: «Aktuell behandle ich mehr Kunden mit massivem Übergewicht oder mit einer Essstörung.» Dazu gehören vor allem Magersucht, Ess-Brech-Sucht und Binge-Eating.
Ein Bild, das sich auch in der Praxis von Janine Rüegg zeigt. Sie ist ebenfalls diplomierte Ernährungsberaterin in Schweizerischen Verband der ErnährungsberaterInnen und führt eine Praxis in Uster.
Lockdown schlägt sich im Gewicht nieder
Vor der Pandemie hat Rüegg im Durschnitt ein bis zwei Klienten pro Jahr mit einer Essstörung betreut – aktuell sind es gut dreimal so viel. Allgemein habe das Coronavirus ihre Situation und jene ihrer Klienten stark beeinflusst. Der Lockdown fordere viel mehr Disziplin als zu «normalen Zeiten», so Rüegg. Aufgrund der geschlossenen Fitnessstudios falle es vielen von ihnen schwer, aktiv Sport zu treiben. Das habe sich teilweise auch im Gewicht niedergeschlagen: «Ein Teil der Kunden hat zu- statt abgenommen», resümiert die Gossauerin.

