Noch schlummern die Chilisamen unter der Erde, noch sieht man nur Erde. Doch wenn man weiss, was darunter liegt, wartet auf die ersten grünen Spitzchen. Wissende betrachten das braune Gekrümel mit ganz anderen Augen als Nichtwissende. Für diese liegt einfach ein Haufen Dreck in einer Schachtel und wirft Schatten. Im Leben ist es oft so, dass wir irgendetwas sehen, es für uns einordnen und in eine Schublade stecken – «das ist das und das ist so».
Hat man allerdings das Glück, von jemandem über die Hintergründe informiert zu werden, ist das «Irgendetwas» plötzlich alles anders. Vielleicht sollten wir uns nicht auf den ersten, äusserlichen Schein verlassen, sollten etwas neugieriger sein und versuchen, den Dingen auf die Spur zu kommen.
Aber darüber wollte ich ja gar nicht schreiben – im Vordergrund stehen die Kräfte der Natur, die kleine Samen aus ihrem Winzigzustand verwandeln. Sie wecken Triebe, um sie in Pflanzen mit Blüten und Früchten zu verwandeln. Noch ist es nachts kalt, doch bald werden Samen, Büsche und Bäume explodieren und den langwierigen Winter vertreiben. Dieses Jahr erwarten wir eine explosive, scharfe Triebentfaltung. (Guy A. Lang)

