Im März werden wir wieder einmal zu den Urnen gerufen. Dann marschieren Schweizerinnen und Schweizer mit von Stolz geschwellter Brust ins Gemeindehaus und legen dort filmreif den Zettel in die Urne. Nur ist das «an der Urne» veraltet. Heute nutzen rund 90 Prozent der Stimmberechtigten die briefliche Stimmabgabe. Das Bild mit der Urne gehört halt zu unserem Demokratieverständnis und ist so schön nostalgisch.
Kürzlich wollte ich auf dem Portal der Post einen Eintrag ändern. Bei der Anmeldung wurde ich gefragt, ob ich mich mit meiner E-Mail-Adresse und einem Passwort oder über die SwissID anmelden wolle. Da die Frage nach der SwissID immer wieder auftaucht, registrierte ich mich dort. Anschliessend erhielt ich eine E-Mail mit einem Code zur Bestätigung meiner E-Mail-Adresse. Mit dem nächsten Schritt musste ich meine Identität bestätigen.
« Es ist hinlänglich bekannt, dass E-Mails keine Sicherheit bieten. »
Auch diese Aufforderung erfolgte per E-Mail. Für die Identitätsprüfung musste ich die SwissID-App im App Store herunterladen. Die anschliessende Zwei-Faktor-Authentifizierung bestand einmal aus dem Scannen meiner Identitätskarte und einem Selfie. Dies alles erledigte ich an einem Freitag. Am darauffolgenden Mittwoch kam dann die Bestätigung, dass meine Identifikation erfolgreich geprüft wurde. Notabene per E-Mail.
Was fällt auf bei diesem Ablauf? Da geht ein grosser Teil der Kommunikation über E-Mail. Es ist hinlänglich bekannt, dass E-Mails keine Sicherheit bieten. Eine E-Mail ist vergleichbar mit einer Postkarte, deren Inhalt auch für jeden lesbar ist. Auf dem Markt gibt es Firmen, welche verschlüsselte E-Mail-Kommunikation anbieten.

