Politik

Anwohner fordern sicheren Fussweg zwischen Hörnen und Bauma

Der Baumer Weiler Hörnen soll mit einem richtigen Fussweg ans Dorfzentrum angebunden werden – das wollen Anwohner mit einer kürzlich eingereichten Petition erreichen. Doch dem Vorhaben stehen einige Hürden bevor.

Anwohner fordern sicheren Fussweg zwischen Hörnen und Bauma

Michael Hanisch wohnt seit bald vier Jahren im Baumer Weiler Hörnen, der an der Strecke zwischen Bauma und Sternenberg liegt. Ihm gefällt es hier. Doch einen Makel hat sein Wohnort: «Wenn ich ohne Auto von hier ins Dorfzentrum möchte, muss ich entweder auf der Ausserortsstrasse gehen oder über einen steilen, ungesicherten Fussweg hinabwandern.»

Für den Maschinenbauingenieur Hanisch ist das kein tragbarer Zustand: «Man hat hier in Hörnen viel gebaut. Aber an die Anbindung mit dem Dorfzentrum für Fussgänger hat niemand gedacht.»

Gefährlicher Schulweg

Viele Anwohner nutzen einen inoffiziellen Fussweg durchs Naturschutzgebiet. Der mündet kurz nach dem Ortseingang in die Sternenbergerstrasse. Doch dieser Weg habe gemäss Hanisch viele Nachteile. Er sei an vielen Stellen sehr steil, und da kein Unterhalt erfolge, sei dies ein grosses Sicherheitsrisiko.

« Aufgrund der aktuellen Situation werden die Vorgaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung nicht erfüllt. »

Michael Hanisch, Petent für einen sichereren Gehweg

Ebenso wohnten viele Familien mit schulpflichtigen Kindern in Hörnen. «Aufgrund der aktuellen Situation werden auch die Vorgaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung für einen sicheren Schulweg nicht erfüllt», ergänzt er. Dies betreffe sowohl den inoffiziellen Fussweg wie auch das untere Teilstück auf der Sternenbergerstrasse.

Hinzu komme, dass kürzlich ein beliebter Flurweg im Weiler für Hunde gesperrt wurde. «Das macht es für die vielen Hundebesitzer aus Hörnen noch schwieriger, eine sichere Spazierstrecke zu finden», erklärt Hanisch, der selber Halter von zwei Hunden ist.

Alteingesessene und Neuzuzüger

Aus diesen Gründen hat er eine Petition lanciert. Diese fordert den Gemeinderat auf, einen offiziellen, gesicherten Fussweg von Hörnen ins Zentrum zu planen.

Die Unterschriftensammlung sei unter den aktuellen Corona-Bedingungen natürlich erschwert gewesen. «Ich habe mich deshalb entschieden, nur hier in Hörnen Unterschriften zu sammeln», so Hanisch. «Ich war davon überzeugt, dass eine grössere Sammelaktion in diesen Zeiten wohl nicht gut angekommen wäre.»

Trotzdem konnte er an einem Tag rund 30 Unterschriften sammeln. «Das Echo war durchwegs positiv. Die Petition wurde sowohl von Alteingesessenen als auch Neuzuzügern unterschrieben.»

Handlungsbedarf ist erkannt

Hanisch ist sich bewusst, dass eine Petition unter Umständen zum Papiertiger werden kann. «Für den Anfang war es aber die richtige Wahl», erklärt er. «Das Ziel ist es, der Gemeinde mitzuteilen, dass ein Bedürfnis für eine sichere Fussgängerverbindung zwischen dem Dorfzentrum und Hörnen besteht.»

« Leider hat die Gemeinde hier nur einen sehr kleinen Handlungsspielraum. »

Andreas Sudler (parteilos), Gemeindepräsident Bauma

Die Petition hat er in der Zwischenzeit bei der Gemeinde Bauma eingereicht. Vom Gemeinderat wurde sie noch nicht offiziell behandelt. Trotzdem anerkennt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) als Ressortvorsteher für Präsidiales und Sicherheit bereits jetzt, dass in dieser Angelegenheit Handlungsbedarf bestehe.

«Es ist nicht abzustreiten, dass hier Verbesserungsmöglichkeiten, respektive ein Optimierungsbedarf besteht», erklärt Sudler auf Anfrage. «Das Quartier in Hörnen ist in kurzer Zeit sehr schnell gewachsen, die Langsamverbindung hingegen ist so geblieben, wie sie seit Jahrzehnten bestanden hat.»

Ohne Kanton geht es nicht

Doch eine einfache Lösung gebe es nicht, so der Gemeindepräsident. «Leider hat die Gemeinde hier nur einen sehr kleinen Handlungsspielraum; der Verhandlungspartner ist vorwiegend der Kanton.»

So werde sich die Gemeinde wohl bemühen, den bestehenden Fussweg, wo möglich, zu verbessern. «Aber der Fussweg befindet sich teilweise in einem kantonalen Schutzgebiet», ergänzt Sudler.

In einem nächsten Schritt wird die Gemeinde die Petition beantworten. «Wir werden unser Antwortschreiben zusammen mit der Petition den zuständigen Fachstellen zukommen lassen», so der Gemeindepräsident.

Initiative möglich

Dies betreffe auch die Sicherheit für die Schulkinder: « Der Lead liegt auch für das untere Teilstück des Schulweges beim Kanton.» Denn: die Sternenbergerstrasse ist eine Kantonsstrasse.

Hanisch hofft, dass die Petition und die damit geäusserten Sicherheitsbedenken von der Gemeinde und dem Kanton ernst genommen werden. «Wenn nichts geschieht, könnte ich mir vorstellen, eine Initiative zu lancieren», erklärt er. Vorerst werde er jedoch die Abklärungen abwarten. (Bettina Schnider) 

Fehler gefunden?