Die Wirte: enttäuscht. Viele Kulturschaffende: enttäuscht. Der Bundesrat hat mit seinen Entscheiden vom Mittwoch die Hoffnungen zahlreicher Gewerbetreibender nicht erfüllt. Zwar dürfen demnach Läden und ein Teil der Freizeiteinrichtungen im März ihren Betrieb wieder aufnehmen. Restaurants, Kinos und Theater dagegen sollen auch weiterhin geschlossen bleiben.
Ob sich die Landesregierung unnachgiebig zeigt, wird nun wesentlich von der Haltung der Kantone abhängen. Sie sind eingeladen, bis Montag zum bundesrätlichen Fahrplan Position zu beziehen. Erst für Mittwoch, 24. Februar, sind die definitiven Entscheide des Bundesrats angesetzt.
Wie sich bereits jetzt zeigt, ist mit kantonaler Kritik an der vorgeschlagenen Behutsamkeit zu rechnen. Am deutlichsten äussert sich derzeit der Kanton Waadt, der schon am Donnerstag eine umfangreiche Stellungnahme publizierte. Er fordert darin eine «schnellere und umfassendere» Öffnung der Wirtschaft. Insbesondere sollen die Restaurants bereits ab 15. März wieder öffnen dürfen.
Wie reagieren die Gesundheitsdirektoren?
Die Waadtländer Regierung kritisiert damit auch den bundesrätlichen Entscheidungsrhythmus. Der Bundesrat will über nachfolgende Lockerungsschritte erst per Anfang April befinden. Aus Sicht der Waadtländer sollte eine Neubeurteilung jedoch alle zwei statt alle vier Wochen erfolgen.

