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Politik

So funktioniert das Geschäft mit der E-ID heute schon

Sollen private Unternehmen für den Staat die E-ID herausgeben? Diese Frage entzweit die Schweiz. Doch verschiedene Firmen sind im Markt längst aktiv, auch ohne Gesetz. Sogar Kantone mischen mit.

Mit dem E-ID-Gesetz will der Bund festlegen, wie Nutzerinnen und Nutzer sich bei Onlineservices zweifelsfrei identifizieren können sollen. Doch das E-ID-Gesetz ist umstritten, weil private Betreiber die Log-in-Lösungen betreiben sollen – wenn auch unter staatlicher Aufsicht. Das Geschäft mit Log-ins gibt es aber bereits, auch unter Verwendung biometrischer Daten der Nutzer. Wir stellen die wichtigsten Player vor und erklären, wie das geplante Gesetz den Markt verändert.
 

Swiss Sign Group

Die Swiss Sign Group ist der wichtigste Player im Markt. In diesem Konsortium haben sich grosse staatliche und private Firmen zusammengeschlossen, wie die SBB, die Post, Credit Suisse und UBS sowie Krankenkassen wie die CSS. Swiss Sign bietet heute drei verschiedene Log-in-Lösungen mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards an. Je höher das von einem Website-Anbieter verlangte Sicherheitsniveau ist, desto mehr kann ein Nutzer online erledigen. Die Spanne reicht von Level 0, einem einfachen Log-in, über Level 1 (Hinterlegung des Ausweises via App) bis hin zu Level 2, bei dem sich der Nutzer bei der Post oder der Gemeinde persönlich unter Vorlage eines amtlichen Ausweises identifizieren muss. Mit Level 2 kann der Nutzer online Leasingverträge abschliessen und in Kantonen wie Bern die Steuererklärung rechtsgültig einreichen.

Von den 1,75 Millionen Nutzern haben laut Swiss-Sign-Chef Markus Naef bereits 70’000 sich für das Level 1 via Foto-ID registriert. Durch die Übermittlung ihres Gesichtsbildes haben sie dem Unternehmen ihre Gesichtsgeometrie anvertraut, also biometrische Daten. 10’000 Nutzerinnen und Nutzer haben sich zudem über die persönliche Vorlage des Ausweises bei der Post für das derzeit höchste Sicherheitslevel 2 registriert.

Die Firmen zahlen Swiss Sign dafür, dass sich deren Kunden per Swiss ID auf der Firmenseite einwählen können. Profitabel ist Swiss Sign laut Naef noch nicht, aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen. Swiss Sign will seine Lösung auch vom Bundesamt für Gesundheit zertifizieren lassen, damit eine Swiss ID auch als Zugangslösung für das elektronische Patientendossier akzeptiert wird.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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