Sie war eine Schweizer Sensation, die Avec-Box. Als die Valora Gruppe den Lebensmittelladen ohne Verkaufspersonalbedarf im April 2019 am Zürcher Hauptbahnhof vorstellte, war das Medieninteresse und -echo riesig. Die Valora kündigte binnen weniger Wochen den Aufbau einer Test-Box am Bahnhof Wetzikon an. Doch was dann folgte, war ein äusserst durchzogenes Gastspiel im Oberland. Und bald ist die Box wieder weg.
Der Ärger begann nach dem glamourösen Startschuss am Zürcher Hauptbahnhof. Der veranschlagte Eröffnungstermin der Box in Wetzikon im Frühjahr 2019 rutschte sukzessive nach hinten; offiziell begründet durch Schwierigkeiten mit den Bauauflagen. Erst Ende Februar 2020, also fast ein Jahr verspätet, ging der container-artige Bau auf.
Valora verabschiedet sich
Und kurz darauf folgte der Lockdown wegen der Corona-Pandemie, die der Box alsbald zusetzte. Denn Bezahlung und Einlass zur Box sind nur per App möglich. Also war klar, dass die Valora mit der Box ein jüngeres, pendelndes Zielpublikum im Visier hat. Doch mit der Schliessung der Schule und der Homeoffice-Pflicht brach ein wesentlicher Teil dieser Laufkundschaft weg. Im Juli letzten Jahres dann das Zwischenfazit: Die Avec-Box läuft schlecht. «Wir spürten das ganze 2020 hindurch am Bahnhof Wetzikon coronabedingt tiefere Kundenfrequenzen - und die Avec-Box ist primär auf Pendler ausgerichtet», sagt Mediensprecher Martin Zehnder.
Nun läuft sie seit mehreren Wochen gar nicht mehr. Am Eingang heisst es, der Container sei geschlossen. Auf einem Plakat verabschiedet sich die Valora von der «treuen Kundschaft». Was ist passiert?

