Von weit her hört man im Arschweid oberhalb von Tablat schon das Knattern der Motorsäge. Doch im winterlichen Wald werden nicht etwa Bäume gefällt. An seinem Arbeitsplatz, direkt neben einem Waldweg, ist Patrik Berger am Werk.
Ausgerüstet mit Säge und Schutzbrille, haucht er einem Stück Stamm neues Leben ein. Die Töne, die dabei durch seine Kopfhörer wummern, helfen ihm dabei, sich zu konzentrieren. «Wenn ich arbeite, stöpsle ich Musik ein. Und dann bin ich in einer ganz anderen Welt», erklärt der Zeller.
Ohne Skrupel
Aus dem Holz, das er gerade bearbeitet, soll eine Eule werden. So der Wunsch des Kunden. Ohne zu zögern, setzt Berger die Säge wieder und wieder an und entfernt mit grosser Geschwindigkeit Stücke aus dem Stamm. Und plötzlich sind da ein Kopf und der Ansatz eines Schnabels zu erkennen, und zwei Flügel schälen sich langsam aus dem Holz.
Skrupel, dass er dabei einmal zu viel wegsägt, was sich dann nicht mehr wieder ansetzen liesse, hat der 35-Jährige nicht. «Ich weiss genau, wo wie viel wegmuss. Das habe ich mittlerweile im Gespür.» Zu Beginn sei es aber schon ein Herantasten gewesen.

