Markus Wolf, Chef der Bergbahnen in Flims-Laax, klopfte Anfang Dezember beim Bund an. Denn er hatte ein Testkonzept und fand, es sollte in der ganzen Schweiz angewendet werden. Doch Virginie Masserey, Chefin der Infektionskontrolle, winkte ab. Die gesetzlichen Hürden seien zu hoch.
Heute sind sie es offenbar nicht mehr. Der Bundesrat will das Bündner Testmodell fördern und teilweise finanzieren, wie er im Begleitbrief zur Verordnungsänderung schreibt, die am Freitag zur Vernehmlassung an die Kantone ging. Der Entscheid fällt am Mittwoch, doch er ist absehbar: Die Kantone werden nichts dagegen haben, dass der Bund endlich mitzieht. Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, sagt im «Blick»: «Ich denke, dass die Kantone diese Neuausrichtung mittragen.»
Heute bezahlt der Bund einen Test nur, wenn jemand Symptome hat. Neu will der Bundesrat auch präventive, regelmässige Tests bezahlen. Nämlich im Umfeld von besonders verletzlichen Personen, also in Heimen und Spitälern. Oder auch an Schulen und in Betrieben, sofern der Kanton wegen «hoher Transmissionsrisiken» solche Testserien anordnet. Ebenfalls kann ein zeitlich begrenztes Hotspot-Management bei unkontrollierten Ausbrüchen vom Bund finanziert werden.
«Grosses Interesse» am Bündner Modell
Vorbild ist Graubünden: Das Innendepartement und das Bundesamt für Gesundheit verfolgten das Bündner Testmodell «mit grossem Interesse», heisst es im Begleitschreiben. Das Puschlav hat mit wiederholten Tests die aktiven Covid-Fälle von 74 auf 5 heruntergebracht. Und das Bergbahn-Unternehmen Flims-Laax testet seine rund 1000 Mitarbeitenden in Eigenregie seit mehreren Wochen. Die Mitarbeiter ermitteln anhand eines elektronischen Fragebogens ihr individuelles Risikoprofil und ihre persönliche Testkadenz: von täglich bis zweiwöchentlich. Der angewendete PCR-Test sei so einfach, dass sich kaum jemand verweigere, sagt CEO Markus Wolf.

