Für einmal muss nicht der Bundesrat den Lockdown anordnen, das regelt die Natur schon selber. Sie schickt einfach prall gefüllte Schneewolken und die Sache ist geritzt –die Natur fährt runter. Trams und Busse fallen aus, Postbotinnen und Postboten können sich nicht mit dem unsäglichen Virus anstecken, weil sie gar nicht zu ihrer Arbeit kommen, Homeoffice ist der einzige Weg Geld zu verdienen.
Schön sieht sie aus die Natur, weiss, friedlich – Töne und Geräusche sind gedämpft – versöhnlich. Die CO2-Emissionen sind verringert, die Menschen ergreifen ihre Schaufeln und treiben Sport.
Schon seit Jahren hat es nicht mehr so ausgiebig geschneit. Ein wunderbarer Anblick, grosse Ruhe, weiss-saubere Ästhetik pur. Da sind die paar Schweisstropfen während Pfaderei und Ausgrabung der Autos schnell vergessen. Schneeschuhstapfen über Wiesen und Felder, durch Auen und Wälder ist angesagt. Zu Tausenden schwärmen die Menschen hinaus, dick eingemummelt und « bemaskt » .
Doch schon wird es wieder wärmer, die Schneedecke schrumpft, die Schneemannen und –frauen verlieren ihre Figur, werden schlank bis zum Nichts. Bald ist die Pracht ein pflotschig, brauner Matsch. Geniessen wir den Augenblick, freuen wir uns am momentanen Glück. (Guy A. Lang)

