Der Kampf um die ersten Covid-Impfstoffe geht in die nächste Runde: Zwar hat die Schweiz bei drei Herstellern ihre Bestellungen für insgesamt 15 Millionen Dosen gemacht und die ersten Impfstoffe sind da, aber das Bundesamt für Gesundheit verhandelt nach: Es geht um die genauen Liefertermine.
«Wir arbeiten weiterhin daran, dass wir die Lieferungen so früh wie möglich bekommen», sagte Nora Kronig vergangene Woche. Die Vizedirektorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) leitet die Beschaffung der Vakzine. Sie weiss: Je früher eine Dose geliefert und geimpft werden kann, desto wertvoller ist sie. Denn desto eher kann sie Leben retten. Und desto schneller findet die Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft aus dem Lockdown.
Genau das lassen sich die Impfstoffhersteller offensichtlich auch bezahlen. Weil die Schweiz und die anderen Staaten nur am Rand auf die weltweite Impf-Einkaufsgemeinschaft Covax setzen, können die Impfstoffhersteller sie bei den nationalen Einzelverträgen gegeneinander ausspielen.
EU zahlt doppelt so viel
Die Europäische Union verhandelt mit der US-Firma Moderna gerade über eine Aufstockung der vereinbarten Bestellung. Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll Moderna nun den doppelten Preis verlangen. Israel dürfte für den Impfstoff von Pfizer/Biontech ebenso fast das Doppelte gezahlt haben, um ihn möglichst früh in grossen Mengen geliefert zu bekommen. Dies berichtete Reuters unter Berufung auf ein anonymes Regierungsmitglied. Das zahlt sich aus: Israel konnte bislang so viele Einwohner impfen wie kein anderes Land.

