«Dass wir heute einiges über die Internierten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs wissen, haben wir nicht zuletzt der Gewissenhaftigkeit der Frauenvereine zu verdanken.» Das sagt Wolfgang Wahl. Der Historiker gehört zum Leitungsteam des Ortsmuseums Wila und hat die Akten des Wilemer Frauenvereins ausgewertet. Er zeigt uns einen Brief, der in Wila am 11. November 1940 geschrieben wurde. Adressiert war er an die kantonale Zeughausverwaltung in Zürich.
Darin steht: «Seit Mitte August sind in unserem Dorf 110 Internierte untergebracht. Unser Frauenverein besorgte von Anfang an den Wäsche- und Flickdienst für die Internierten. Seit der Bezugssperre für Seife und Waschmitteln sowie für Textilien fehlt es uns völlig an Waschmitteln, die Seife enthalten, sowie an Wolle zum Anstricken und Flicken der Internierten-Socken. Wir ersuchen Sie höflich, an das Ortskommando Wila ca. 50 Stück Waschpulver, die Seife enthalten, sowie 10 Strangen Wollgarne abzugeben.»
Hilfe von der Frauenzentrale
Die Frauen hatten mit ihrem Gesuch keinen Erfolg. Ein ähnlicher Brief ging auch an das damalige Kriegs-Industrie-Amt in Bern. Kein Erfolg. Man wendet sich schliesslich an die Zürcher Frauenzentrale. Dort schaltet man sofort und leitet die Bitte weiter an alle Frauenvereine im Kanton Zürich. Das muss sofort funktioniert haben.
«Ich bin stolz auf die Geberfreudigkeit unserer Zürcherfrauen.»
Präsidentin Frauenverein Wila, 1940

