Grüne wollen Oase auf Pfäffiker Wiese
Bis Ende 2024 soll der neue Bushof in Pfäffikon fertiggestellt sein. Neben der Anpassung der Höhe der Einsteigekanten auf das Behindertengleichstellungsgesetz sollen auch zusätzliche, längere Haltekanten für die steigende Anzahl Busse gebaut werden. Doch das braucht Platz.
Wo sich die heutigen Park&Ride-Parkplätze befinden, soll in Zukunft eine überdachte Businsel stehen. Die Parkplätze sollen darum neben das Alterszentrum Sophie Guyer verlegt werden. Dorthin, wo aktuell die Parkplätze des Bauprovisoriums eingerichtet sind. Das Land befindet sich in Besitz der Gemeinde.
Ein Plan, das den Grünen Pfäffikons nicht passt. «Neben dem See hat Pfäffikon einige Perlen zu bieten, denen Sorge zu tragen ist», schreiben sie in ihrer jüngsten Mitteilung. «Solch eine Perle ist die Sophie-Guyer-Wiese jenseits des Bahnhofs.» Diese sei als prägendes Element des Ortsbilds zu erhalten und im Rahmen eines Gesamtkonzepts zu einem «zukunftsträchtigen, nachhaltigen und dauerhaften Frei- und Begegnungsraum zu entwickeln».
Dafür, dass die Gemeinde auf diesem Grundstück Parkplätze einrichten will, haben die Grünen kein Verständnis. Dafür andere Vorschläge.
Ein Baum zur Geburt
Die Sophie-Guyer-Wiese soll als grüne Lunge zu einem generationenübergreifenden Begegnungsraum werden. «Für Alt und Jung, mit Möglichkeiten diesen Raum zu gestalten, zu verändern, immer wieder neuen Bedürfnissen anzupassen.» Nicht definitive Nutzungen sollen angestrebt werden, sondern veränderbare, die auch für die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Sophie Guyer soziale Kontakte ermöglichen.
So soll der neue Pfäffiker Bushof aussehen
15.09.2020

Für fast 9 Millionen Franken
Sieben statt vier Haltekanten: Der Bushof in Pfäffikon soll ausgebaut werden. Beitrag in Merkliste speichern Grosse Teile der Wiese sollen «grün», bleiben, die Artenvielfalt gefördert und Naturerlebnisse ermöglicht werden. Allenfalls könnten Pfäffiker Eltern die Möglichkeit erhalten, zur Geburt eines Kindes einen Baum zu pflanzen. «Kinder und Eltern könnten das Wachsen ihres Baumes bestaunen und miterleben. Die Bäume würden Schatten spenden, CO2 reduzieren und mit ihrer Verdunstung lokal die Temperatur senken.» Auch Kreativflächen für Jugendliche, gemeinsames Gärtnern oder Spielmöglichkeiten für Eltern mit Kleinkinder finden sich auf der Ideenliste.
Keine ganzheitliche Koordination
Die bisherige Planung für den neuen Busbahnhof greift für die Grünen zudem zu kurz, weil sie die vielfältigen Bedürfnisse von allen Verkehrsteilnehmenden, zu Fuss, mit Velos, mit Bus und mit Autos nicht ganzheitlich koordiniere. «Wenn die Geschwindigkeit gedrosselt wird, kommen alle aneinander vorbei, bei mehr Sicherheit und Komfort», schreiben die Grünen weiter. Die gemeinsame Führung der Veloroute in Gegenrichtung zusammen mit dem Fussweg soll entflochten und die gefährlichen Fussgänger-Kreuzungen eliminiert werden. «Notabene ohne die Baumreihe zwischen dem Velo-Streifen und der Strasse zu opfern.»
Eine wichtige Rolle soll der Bahnhof-Vorplatz auf der Zentrumsseite spielen. Er soll als Begegnungsraum wieder belebt und seine wichtige Funktion als Verbindung zu Seequai und Ortszentrum optimiert werden. Zudem seien die bestehenden P&R-Parkplätze mit Velo- und E-Bike-Plätzen zu ergänzen. Und: «Eine zweite Unterführung ist als attraktive Erweiterung des Fuss- und Velonetzes zu schaffen.»
Eine zusätzliche Personenunterführung hat auch die Gemeinde geprüft, wie Bauvorstand Lukas Steudler (FDP) bereits im Sommer ausgeführt hatte. «Aus finanziellen Gründen haben wir aber im Projekt darauf verzichtet.» Die von den SBB erhobenen Pendlerzahlen in der heutigen Unterführung seien noch zu wenig hoch, als dass sie sich an einer zweiten Unterführung finanziell beteiligen würde.
Wie Pirmin Knecht, Präsident der Grünen Pfäffikon auf Anfrage sagt, habe man sich mit diesen Vorschlägen nicht etwa im Sinne einer Petition an die Gemeinde gewandt. «Wir möchten unsere Vorstellungen jedoch im Rahmen des laufenden Raumentwicklungskonzepts einbringen.»
