Zwei Drittel aller schweren Verkehrsunfälle geschehen innerorts. Das geht aus einer Medienmitteilung der Beratungsstelle für Unfallverhütung hervor. Ein Grund für Lilian Huber, Präsidentin der Grünen Russikon-Weisslingen, Alarm zu schlagen. Die Grünen reichten Ende November 2020 eine Petition ein, die Realisierung der Tempo-30-Zonen rasch in die Hand zu nehmen. Zu lange sei nichts in diesem Bereich geschehen, so Huber. «Anfang September 2018 hat die Gemeindeversammlung den Richtplan Verkehr angenommen. In diesem ist festgehalten, dass ein Konzept zur Verkehrsberuhigung erstellt werden soll – bis heute wurde jedoch nicht damit begonnen.»
«Ich frage mich, wie viele Konzepte es braucht, um eine Quartierstrasse sicherer zu machen.»
Lilian Huber, Präsidentin Grüne Russikon-Weisslingen
Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei diese lange Zeitspanne absolut unverständlich, so die Parteipräsidentin. Seit Einreichen der Petition habe sie von der Gemeinde lediglich die Antwort erhalten, dass ein Konzept zur Verkehrsberuhigung erst in Auftrag gegeben werde. «Ich frage mich, wie viele Konzepte nötig sind, um eine Quartierstrasse bei einem Schulhaus oder einem Kindergarten sicherer zu machen.» Sie wünsche sich ein weniger kompliziertes Vorgehen bezüglich einer so wichtigen Angelegenheit.
Nichts Konkretes passiert
Nicht nur in Russikon sorgt das Thema Tempo 30 für rote Köpfe. Heinrich Forster ist ebenfalls Mitglied der Grünen Russikon-Weisslingen und verantwortlich für die Sektion Weisslingen. Wie er sagt, beschäftigt das Thema Verkehrsberuhigung die Gemeinde schon seit mehr als drei Jahren. 2017 fand eine Gemeindeversammlung statt, an der Verkehrsberuhigungen ein Thema waren. Daraufhin wurde ein kommunaler Verkehrsrichtplan veröffentlicht, der besagte, dass Tempo-30-Zonen bei Bedarf realisiert werden sollen. «Passiert ist jedoch nichts Konkretes», so Forster.

